Mit grünem Daumen und viel Heimatliebe

Ihre Liebe zur Natur lebt Gisela Jütte besonders zu Hause im eigenen Garten aus.
Ihre Liebe zur Natur lebt Gisela Jütte besonders zu Hause im eigenen Garten aus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Gisela Jütte spricht über ihr ehrenamtliches Engagement im Heimatverein Suttrop. Aber auch über die Ortsgrenzen hinaus hat sie viele Ideen, wie das Stadtbild Warsteins verbessert werden könnte.

Suttrop..  Lange schon setzt Gisela Jütte sich für den Heimatverein Suttrop ein, organisiert unter anderem Tagesfahrten, steckt Krautbunde mit der Frauengruppe und kümmert sich um das Ausschmücken des Adventsfensters im Fachwerkhaus Steinrücken 1. Das alles macht sie ehrenamtlich – nicht nur für den Verein, sondern auch für sich.

„Grünzeug ist doch deine Welt“, hat es damals geheißen, als die Idee mit den Krautbunden aufkam. Gisela Jütte erinnert sich noch gut. „Ich musste erstmal gucken, wie die Kräuter aussehen und sie suchen gehen“, sagt sie. „Ich bin keine Fachfrau.“

Gemeinsam mit Bernd Mues, dem ehemaligen Schulleiter der Suttroper Grundschule, zog sie los und besuchte Menschen aus allen Stadtteilen, die sich mit dem Brauch des Krautbundbindens auskennen. Daraus entstanden ein kleines Heft und eine DVD, um das Wissen für die Nachwelt festzuhalten.

Sträuße aus Kräutern

Mittlerweile trägt sie seit mehreren Jahren mit der Frauengruppe des Heimatvereins zu dessen Kalkofenfest an Mariä Himmelfahrt die Kräuter der Umgebung zusammen und gestaltet aus ihnen schöne Sträuße. Die werden beim Gottesdienst gesegnet und an die Gemeinde verteilt. Der Anstoß dazu kam von Pfarrer Thomas Wulf.

Wenn der Verein vier Wochen später den beim Fest gebrannten Kalk anbietet, organisiert Jütte parallel einen großen Hortensienverkauf.

Aber nicht nur Jüttes grüner Daumen kommt dem Verein zugute, auch ihr organisatorisches Talent kann sie einbringen. Bei den Tagesfahrten des Heimatvereins ist sie für so ziemlich alles zuständig: Routenplanung, Transfer, Unterbringung oder die Organisation von Führungen.

„Lass uns doch mal eine Fahrt machen“, sei irgendwann die Idee gewesen. „Erst war es eine Halbtagesfahrt nach Soest mit Stadtführung“, erinnert sie sich. „Dann ging es auch mal nach Venlo.“

Schon bald mehrtägig

Bald schon habe eine mehrtägige Fahrt im Raum gestanden. „Da mussten wir überlegen, ob wir überhaupt den Bus vollkriegen“, verrät Jütte. Der sei dann aber rappelvoll gewesen. Die nächste Fahrt steht im Juni an. Für vier Tage geht es dann nach Wittenberg zu Luthers Hochzeit, einem Fest, das die Menschen dort vom 12. bis zum 15. Juni feiern. Am 22. Juni geht es an einem Tag zur Firma Claas nach Harsewinkel und anschließend nach Wiedenbrück zur Stadtbesichtigung.

Zur Adventszeit ist Gisela Jütte wieder gefragt. Dann geht es ans Schmücken des Adventsfensters im Steinrücken 1. „Jeder kann sich da einbringen, wie er will“, freut sich die 69-Jährige. Das Schmücken der Fenster ist eine kirchliche Aktion, bei der in der ganzen Stadt 23 Fenster von unterschiedlichen Menschen geschmückt werden. Am 24. Dezember öffnen die Kirchen dabei ihre Tore. Für den Heimatverein organisiert Jütte die Gestaltung im Fachwerkhaus.

Was sie antreibt, sich so zu engagieren, könne sie noch nicht einmal sagen. „Ich bin da so reingerutscht“, schmunzelt sie. „Ich habe Freude daran, lerne etwas und kann mich beschäftigen.“ So profitiere nicht nur der Verein von ihrer Arbeit, sondern auch sie selbst. Und das möchte sie noch solange tun, wie ihre Gesundheit mitspielt.

16 Jahre war sie Schriftführerin des Heimatvereins, seit kurzem zählt sie zu dessen Ehrenmitgliedern. „Die Begeisterung werde ich wohl nie verlieren“, sagt sie. In Sachen Krautbunde schaut sie mittlerweile, wer ihre Nachfolge antreten könnte.

Immer genug zu tun

Auch ein paar Wunschträume hat sie noch: „Ich würde gerne überall Bäume für Straßenalleen pflanzen.“ Das aus den stillgelegten Steinbrüchen nichts werde, finde sie traurig. „Da könnte man botanische Gärten draus machen – das Wasser ist da“, stößt sie an. Rosenbögen über der Wäster könne sie sich ebenfalls vorstellen. Zu tun gäbe es also noch genug.

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