Mein Freund hinterm Zaun mit dem gestreiften Pyjama

Warstein..  Wer in der heutigen Zeit aufgewachsen ist, kann sich das Leben in einer Diktatur kaum noch vorstellen. Viele Autoren versuchen daher, den Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft auch der jüngeren Generation begreiflich zu machen – in Form von Jugendbüchern. Die Eindrücklichsten haben wir zusammengestellt.

Der Junge im gestreiften Pyjama

Bruno ist neun Jahre alt. Er weiß nichts von Endlösung, Holocaust und all den Grausamkeiten des NS-Regimes. Weil sein Vater versetzt wird, zieht er mit seiner Familie von Berlin in eine öde, trostlose Gegend voller Zäune. Dort trifft Bruno auf Schmuel, der hinter dem Zaun lebt und wie alle Menschen dort Tag für Tag einen gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Schmuel werden Bruno langsam die Augen geöffnet und der Leser erlebt mit, wie der Neunjährige mehr und mehr vom Alltag im Vernichtungslager Auschwitz erfährt und unvermeidlich selber in die Fänge des schrecklichen Geschehens gerät.

Die Welle

Auch wenn der Roman „Die Welle“ von Morton Rhue nicht während der NS-Zeit spielt, können Leser hier einiges darüber lernen, wie aus Gruppendruck langsam Zustände entstehen, die einer Diktatur ähneln. Der junge Lehrer Ben Ross zeigt den Schülern der Gordon High School Bilder von ausgermergelten Juden im Konzentrationslager. Alle sind angewidert und entsetzt, aber viele Schüler wollen und können nicht glauben, dass Menschen zu derlei Grausamkeiten fähig sind. Um sie und andere zu überzeugen, startet Ross ein Experiment – bis die Situation auf schreckliche Weise eskaliert. Was die Lektüre besonders spannend macht: Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit.

Das Tagebuch der Anne Frank

Wer kann ergreifender über den Alltag unter nationalsozialistischer Herrschaft schreiben als ein junges Mädchen, das die Zeit selbst erlebt hat? Im Exil in Amsterdam hat das deutsche, jüdische Mädchen Anne Frank ihren Tagesablauf und ihre Gedanken in einem Tagebuch protokolliert. Nach der Verhaftung der Familie Frank nahm deren Helferin Miep Gies das Tagebuch an sich und bewahrte es so vor dem Zugriff der Gestapo. Nach dem Krieg übergab sie das Buch an Annes Vater Otto Heinrich Frank, der als einziger seiner Familie den Krieg und Holocaust überlebt hatte. Anne Frank war im Februar oder März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorben.