Mehr Zeit für die Kinder, Enkelkinder und die Tauben

Den Blick zurück im Zorn wird es mit ihm nicht geben. Obwohl: Ein wenig reizen würde es Manfred Gödde schon: „All diese Gehässigkeit, dieser Neid, diese Missgunst. Wenn ich eine Abrechnung machen würde mit den Erfahrungen, die ich mit angeblichen Parteifreunden zum Teil gemacht habe, würde das extrem.“

Aber das ist nicht sein Ding; nicht sein Stil. Deshalb ist sein Blick auch eher nach vorn gerichtet. Wenngleich er sich ein Leben ohne Rathaus noch nicht so recht vorstellen kann: „Das fällt mir im Moment noch recht schwer. Der Gedanke, dass ich morgens nicht vor dem Spiegel stehe und mich frage, welche Krawatte ich für das Rathaus umbinde – daran muss ich noch arbeiten.“

Apropos Arbeiten: Langeweile wird es auch im Ruhestand für Gödde nicht geben: „Es gibt so unendlich viel zu tun in dieser Stadt“, weiß Gödde. „Ich hätte für jeden Rentner eine Aufgabe.“

Und wenn ihm das nicht reicht, dann ist da zum Glück ja auch noch seine Familie, seine Lebensgefährtin, seine Kinder, seine drei Enkelkinder. „Für die alle werde ich künftig mehr Zeit haben“, verspricht Manfred Gödde. Aber richtig überzeugt klingt das eigentlich nicht ...