Mehr Hochwasserschutz für die Spiekerecke

Ferdi Kühle erläutert den Hochwasserschutz oberhalb des Wohngebietes Spiekerecke in Niederbergheim.
Ferdi Kühle erläutert den Hochwasserschutz oberhalb des Wohngebietes Spiekerecke in Niederbergheim.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Immer wieder kommt es bei Starkregen zu Hochwasser in der Spiekerecke. Diese Situation ist nun mit einer einfachen Maßnahme entschärft worden.

Niederbergheim..  Die Hanglage ist sein Manko: Immer wieder sind die Bewohner des Baugebietes Spiekerecke in Niederbergheim bei starken Regenfällen von Wasser in Wohnungen und Kellern betroffen. „Bei Starkregen findet man in den Gärten und selbst unten im Dorf überall die Tannenzapfen aus dem nahen Wald“, erzählt Ferdi Kühle, der sich Gedanken darüber gemacht hat, wie man die prekäre Situation mit einfachen Mitteln entschärfen kann. „Mindestens alle zwei Jahre kriegt die Spiekerecke einen solchen Schauer mit.“

„Als Ortskundiger bin ich öfters am Lüsenberg spazieren gegangen, um mir die dortige Situation zu vergegenwärtigen“, erklärt Kühle. Das Problem, das er vorfand: Bei starkem Regen floss das Wasser den steilen Lüsenberg – der teils ein Gefälle von 15 Prozent hat – hinab und gelangte von dort aus in einen Hohlweg. Diesen floss das Regenwasser hinab bis ins Wohngebiet und weiter hinab ins Dorf. Ein Kanalgitter, das im unteren Bereich des Weges in den Boden eingelassen ist, konnte die Wassermassen nicht fassen.

Ein Teil des Wassers, der vom Berg in eine natürliche Flutmulde geriet, wurde zwar gen Westen abgeleitet, doch an deren Ende floss das Wasser auf einen Wirtschaftsweg – und auch der führt direkt in die Spiekerecke.

Prekäre Situation

Eine prekäre Situation, die inzwischen entschärft werden konnte – dank der Planungen von Ferdi Kühle, der auch die Bauaufsicht inne hatte. „Ich denke, wir haben mit geringem Aufwand hier Großes erreicht“, ist Kühle zufrieden mit den Maßnahmen, die (nicht nur) die Spiekerecken-Anwohner vor den Wassermassen schützen sollen, wird doch nun das Regenwasser, das auf einer Fläche von 120 Hektar am Lüsenberg auftrifft, abgeführt.

„Ich bin bei der Stadt vorstellig geworden und habe Heino Liese den Vorschlag gemacht, einen Anschluss zwischen Hohlweg und der natürlichen Flutmulde zu schaffen, die im Gelände vorhanden ist“, erläutert Kühle. So gelangt das Wasser nicht mehr durch den Hohlweg bis ins Tal, sondern wird durch die Mulde weggeführt. An diese schließt sich auf etwa 15 Meter Länge eine Verrohrung an, die unter dem Wirtschaftsweg her führt. „Somit wird das gesamte Regenwasser, das südlich des Hohlweges fällt, nicht mehr der Spiekerecke und dem Wannetal zugeführt, sondern in westliche Richtung abgeschlagen“, ist Kühle zufrieden.

Auch bedacht wurde beim Anlegen des groß dimensionierten Kanals, dass dieser bei sintflutartigem Regen, wie er immer häufiger vorkommt, die Wassermassen nicht fassen könnte. Für solche Fälle wurde eine oberirdische Mulde zusätzlich über den Weg angelegt.

Im Anschluss an den Kanal folgt auf etwa 120 Meter Länge eine neue Flutmulde. Für deren Anlage mussten mehrere Bäume gefällt werden.

Im Auslauf der Mulde versickert das Regenwasser nun im Waldboden, wird teilweise über vorhandene Gräben weitergeleitet, die das Regenwasser künftig aufnehmen. „Der Starkregen kann so keinen Schaden mehr anrichten. Für den Wald ist das ohne Konsequenzen.“

Etwa eine Woche haben die Bauarbeiten gedauert, inklusive Fällen der Bäume und Anlegen des Grabens. „Keine große Maßnahme, aber eine große Wirkung.“

Paul Eickhoff stellt Flächen bereit

Möglich war diese Maßnahme nur, weil Grundbesitzer Paul Eickhoff einen Teil seiner Waldfläche für die Maßnahme zur Verfügung stellte. „Bevor wir überhaupt planen konnten. brauchten wir sein Einverständnis. Hätte Paul Eickhoff ‘Nein’ gesagt, wäre das Ganze sofort gestorben.“ Erst, nachdem Eickhoff sein Einverständnis gegeben habe, sei er bei der Stadt vorstellig geworden.