Mehr als die letzte Chance für die Warsteiner Brauerei

Diese Männer sieht Martin Hötzel als Vorbilder für sich und seine Vertriebskollegen: „Das waren die erfolgreichsten Vertriebler ihrer Zeit. Der junge Mann in kurzen Hosen ist übrigens Albert Cramer.
Diese Männer sieht Martin Hötzel als Vorbilder für sich und seine Vertriebskollegen: „Das waren die erfolgreichsten Vertriebler ihrer Zeit. Der junge Mann in kurzen Hosen ist übrigens Albert Cramer.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Er hat schon bei ganz großen Getränkemarken wie Red Bull und Capri-Sonne gearbeitet und hat sich jetzt das Ziel gesteckt Warsteiner wieder zu einer ganz starken deutschen Biermarke zu machen. Dafür muss auch ein neuer Slogan her.

Warstein.. Das einflussreiche „Manager Magazin“ hat Martin Hötzel als „letzte Chance für Warsteiner“ bezeichnet. Eine Einschätzung, die Brauerei-Chefin Catharina Cramer auf die Palme bringt: „Das hört sich ja so an, als ob hier sonst bald das Licht ausgehen würde. So ein Quatsch.“ Aber dann entspannt sie sich auch schon wieder: „Aber es ist gut, dass Martin Hötzel hier ist. Und es ist richtig, dass er unsere große Chance ist.“

Auch Hötzel selbst, seit dem 1. Januar, als Geschäftsführer für Vertrieb & Marketing verantwortlich, möchte den Ball hinsichtlich der Erwartungshaltung lieber flach halten: „Letzte Chance? Die Frage ist ja, ob ich eine solche Rolle annehmen will. Und ich kann definitiv sagen, dass ich das nicht möchte. Ich sehe mich viel mehr als Teil einer Mannschaft.“

Die Idee, die Führungsebene um genau diese Position zu verstärken, hat Catharina Cramer schon seit einiger Zeit umgetrieben: „Marketing und Vertrieb ist unser wichtigster Bereich. Dafür wollte ich schon immer einen eigenen Geschäftsführer haben.“ Vor etwa zwei Jahren hat sie mit dieser Suche begonnen und ist dabei relativ früh auf Martin Hötzel gestoßen. „Bei der Vita“, schmunzelt Cramer und meint damit seine zuvor erfolgreiche Zeit bei Red Bull und Capri-Sonne – zwei der erfolgreichsten Getränkesorten weltweit.

Hötzel selbst musste nach den ersten Gesprächen nicht lange überlegen, ob er ins eher beschauliche Sauerland wechseln würde: „Frau Cramer steht in der neunten Generation an der Spitze eines überaus erfolgreichen Familienunternehmens. Das sorgt für klare Verhältnisse, wenn man auf langfristigen Erfolg ausgerichtet ist. Das war für mich sehr wichtig.“

Dass es nicht einfach wird, das Unternehmen in die Erfolgsspur zurückzubringen, wissen Hötzel und Cramer gleichermaßen. Hötzel: „Der deutsche Biermarkt ist äußerst anspruchsvoll und schwierig. Trotzdem wollen wir auch hier unsere Position ausbauen und dazu das Auslandsgeschäft stärken. Das sind die zwei entscheidenden Hebel für mehr Wachstum.“

Damit das gelingt, wird vor allem am Image gearbeitet. In einem ersten Schritt hat man sich vom alten Slogan „Das einzig Wahre“ verabschiedet. Künftig wird mit „Mach das einzig Wahre“ geworben. Cramer: „Die Marke soll emotionaler, erlebbarer, näher am Konsumenten sein.“ Und Hötzel ergänzt: „Wir befinden uns mitten im Prozess, die Marke neu aufzustellen. Solch ein Prozess dauert in der Regel fünf bis sechs Jahre. Unsere Kampagne ist ausgerichtet auf eine starke deutsche Biermarke, die aber auch im Ausland ein gutes Standing hat.“