Mehr als 500 Bildungsschecks ausgegeben

Kreis Soest..  Im ersten Halbjahr 2016 sind in der Region Hellweg-Hochsauerland insgesamt 503 Bildungsschecks NRW ausgegeben worden, 392 im so genannten betrieblichen Zugang, 111 im individuellen Zugang. Das berichtete Ursula Rode-Schäffer, Geschäftsführerin der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland, dem Runden Tisch Bildungsscheck, der jetzt im Kreishaus Soest zusammenkam.

Der Runde Tisch Bildungsscheck dient den 16 Beratungsstellen in der Region Hellweg-Hochsauerland als Erfahrungsaustausch. Annette Buschmann und Andreas Bendig von der G.I.B. (Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH in Bottrop) und Ruza Pavic und Andrea Liebich von der Bezirksregierung Arnsberg nahmen auch teil. Die Regionalagentur koordiniert die Beratungsstellen, die Bezirksregierung Arnsberg löst die Bildungsschecks ein.

Kurskosten zur Hälfte übernehmen

Der Bildungsscheck kann von Unternehmen betrieblich und von Beschäftigten und Berufsrückkehrenden individuell in Anspruch genommen werden. Die Förderung beträgt 50 Prozent der Kurskosten, höchstens 500 Euro pro Bildungsscheck.

Seit Anfang des Jahres gibt es einige Neuerungen. Unternehmen können bis zu zehn Bildungsschecks im Zeitraum von zwei Kalenderjahren in Anspruch nehmen. Allerdings darf das Arbeitnehmerbrutto der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich weiterbilden wollen, maximal 39 000 Euro im Jahr betragen.

Für berufliche Weiterbildung steht Beschäftigten bzw. Berufsrückkehrenden ein Bildungsscheck im Zeitraum von zwei Jahren zu. Beschäftigte können somit innerhalb von zwei Kalenderjahren jeweils einen individuellen und einen betrieblichen Bildungsscheck erhalten. Die restlichen Kurskosten nach Abzug der Förderung trägt beim betrieblichen Zugang das Unternehmen, im individuellen Zugang der oder die Beschäftigte.

Die bisherige Bagatellgrenze (die Kosten der Weiterbildung mussten mindestens 500 Euro brutto betragen) ist entfallen. Im individuellen Zugang können Beschäftigte im Zeitraum von zwei Kalenderjahren einen Bildungsscheck erhalten, wenn sie zu einer der folgenden Gruppen gehören: Zugewanderte bzw. Menschen mit Migrationshintergrund (selbst oder ein Elternteil aus dem Ausland zugewandert), Berufsrückkehrende, Beschäftigte ohne Berufsabschluss, Un- oder Angelernte oder länger als vier Jahre nicht im Ausbildungsberuf tätig, Ältere ab 50 Jahren, atypisch Beschäftigte (also befristet Beschäftigte), Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer, geringfügig Beschäftigte, Teilzeitbeschäftigte bis 20 Stunden/Woche.

Einkommensgrenzen gelten

Den Bildungsscheck NRW können Unternehmen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen mit mindestens einem und weniger als 250 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhalten. Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes und Selbständige können keinen Bildungsscheck erhalten.

Im individuellen Zugang darf das zu versteuernde Einkommen maximal 30 000 Euro, bei gemeinsam Veranlagten maximal 60 000 Euro betragen. Sofern das zu versteuernde Einkommen 20 000 bzw. 40 000 Euro bei gemeinsam Veranlagten nicht übersteigt, ist zunächst die Bildungsprämie des Bundes zu beantragen.

Finanziert wird der Bildungsscheck des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.