Martina Thill stellt erstmals überhaupt ihre Bilder aus

Ausstellung "Spuren des Lichts. Malerei und kleine Skulpturen" von Martina Thill aus Hirschberg in der Galerie der Volksbank Hellweg in Warstein.
Ausstellung "Spuren des Lichts. Malerei und kleine Skulpturen" von Martina Thill aus Hirschberg in der Galerie der Volksbank Hellweg in Warstein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Spuren des Lichts“ hält die Künstlerin Martina Thill in ihren Werken fest – es hätte wohl keinen treffenderen Titel für ihre Ausstellung geben können, die am Dienstag in der Volksbank eröffnet wurde.

Warstein..  „Martina Thill hat Vieles im – für sie – richtigen Licht betrachtet“, würdigte Christoph Buerdick die Künstlerin im Namen der Volksbank Hellweg und forderte die zahlreichen Besucher auf: „Begeben Sie sich auf eine Reise durch Zeit und Weltall!“

Nachdem die Bank-Galerie in den vergangenen Monaten ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Warstein und St. Pol stand und die Ausstellung Werke verschiedener Stile und Macharten vereinte, präsentiert sie sich nun völlig anders – mit deutlich erkennbarem roten Faden.

„Was ist das Besondere an Martinas Malweise?“, fragte Monika Fobbe-Reuter, die Leiterin des Arbeitskreises Kunst aus Hamm, die Thills Werk seit mehr als 20 Jahren kennt. „Unzählige, teils winzige Farbspuren auf dunklem Bildgrund fügen sich zu Nebel, Schleier, Schlieren“, beschreibt sie die Malereien, etwa die aus drei Bildern bestehende Kombination „Sandsturm“. „Wer einmal einen echten Sandsturm erlebt hat und dabei die spitzen Sandkörner auf der Haut, Atemnot und Panik spürte“, schreibt Martina Thill selbst über diese Bilderserie, „der weiß, was klares Licht und Farben bedeuten.“

Faszination für das Leben

Inspiration schöpfe die gelernte Apothekerin unter anderem auch aus ihrem naturwissenschaftlichen Interesse, wie Künstlerkollegin Monika Fobbe-Reuter bei der Einführung in die Ausstellung anhand der Weltall- und Galaxie-Bilder deutlich machte. „Sie strahlen eine meditative Ruhe aus“, erklärte sie, „sind in gewisser Weise aber auch geheimnisvoll, wenn der Betrachter versucht, die Farbspuren zu durchdringen.“

An real existierenden Planeten- und Sternsystemen orientiert sich Martina Thill, die sieben Jahre lang an der Gemeinschaft des Künstlers und Kunstpädagogen Eckart Wendler teilnahm, dabei nicht. „Größen, Größenverhältnisse, Farben und Abstände sind angesichts der unendlichen Weiten des Universums nicht realistisch darzustellen“, sagt sie. Und trotzdem gelingt es Thill, dass die Erscheinungen des Weltalls in ihren Bildern anschaulich werden.

Mit der gleichen Faszination wie den unendlichen Weiten des Universums tritt die 74-Jährige dem Leben entgegen. Von archäologischen Fundstücken aus Schwaben – rund 35 000 Jahre alten von Menschenhand geschaffenen Schnitzereien – ließ sie sich zu den Bildern eines grünen Wildpferds und eines roten Mammuts inspirieren. „Mich beeindruckten diese Arbeiten, ihr Alter, ihre Kleinheit und die hinein interpretierbare, beeindruckende Gedankenwelt“, erklärte die Künstlerin – offenbar so sehr, dass die beiden Bilder zu den ganz wenigen unverkäuflichen gehören.

Ebenso unverkäuflich sind die kleinen Skulpturen, die aus Funstücken vom Strand und aus der freien Natur entstanden sind und die Ausstellung ergänzen.

Verkaufserlös für Bürgerstiftung

Martina Thills Dank galt am Dienstag ihrem Mann, der nicht nur „eine tragende Rolle“ beim Aufbau der Ausstellung gespielt hatte, sondern auch „mich malen ließ und auf manch geregelten Tagesablauf verzichten musste“. Zwei bis drei Jahre hat Thill intensiv an den Bildern gearbeitet, die sie nun erstmals überhaupt öffentlich zeigt. Die Hirschbergerin zitierte ihren amerikanischen Künstlerfreund Al Lachmann: „Einmal im Leben muss ein Künstler sein Werk der Öffentlichkeit präsentieren.“ Diese Chance sollten Kunstinteressierte also nicht verstreichen lassen. Mehr als 100 von ihnen kamen am Dienstag bereits zur Vernissage.

Den Verkaufserlös ihrer Werke stellt Martina Thill der Bürgerstiftung Hellweg und der Hirschberger Bürgerstiftung zur Verfügung. Eine Auflistung mit dem Wert der einzelnen Bilder liegt in der Volksbank aus.

Zu sehen ist die Ausstellung „Spuren des Lichts“ noch bis zum 30. April jeweils zu den Öffnungszeiten in der Volksbank-Niederlassung in Warstein. Am Dienstag, 12. Mai, wird die Folge-Ausstellung eröffnet. Die Warsteiner Susanne Mester und Robert Pasitka werden dann Fotografie und Malerei präsentieren.