Marketingverband hofft auf Profi im Warsteiner Rathaus

Jahreshauptversammlung Stadtmarketingverband: Geschäftsführer Laurentius Luttermann, Vorsitzender Gerd Flaig, stellvertretender Vorsitzender Helmut Monzlinger (von links).
Jahreshauptversammlung Stadtmarketingverband: Geschäftsführer Laurentius Luttermann, Vorsitzender Gerd Flaig, stellvertretender Vorsitzender Helmut Monzlinger (von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Über eine mögliche Auflösung sprach der Stadtmarketingverband Warstein am Dienstag auf seiner Mitgliederversammlung. Doch dafür muss eine Voraussetzung erfüllt sein.

Warstein..  Wenn Vereine über ihre Auflösung debattieren, dann meist mit großen Emotionen. Relativ nüchtern spricht Vorsitzender Gerd Flaig dagegen über das womöglich bevorstehende Ende des Stadtmarketingverbands. Denn der Verband wird sich nur auflösen, wenn er sein großes Ziel erreicht – ein professionelles Stadtmarketing für Warstein. Das ist das Ergebnis der Mitgliederversammlung am Dienstag.

„Wir haben immer für dieses professionelle Stadtmarketing gekämpft“, sagt Flaig, „deswegen hoffe ich sehr, dass die beschlossenen Schritte klappen und die Firmen mitmachen.“ Das Konzept, an dessen Erarbeitung der Verband intensiv mitgearbeitet hat, sieht vor, dass die Stadt zunächst 100 000 Euro in die Hand nimmt, um einen Verantwortlichen für das Stadtmarketing einzustellen. Die entsprechende Stellenausschreibung soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Die gleiche Summe sollen dann heimische Unternehmen für Projektarbeit aufbringen. „Die Hoffnung, dass sich das Stadtmarketing dadurch wesentlich verbessert, ist bei mir sehr groß“, zeigt sich Flaig optimistisch, „aber das ist eben ganz schwer vorherzusehen.“

Bei Misserfolg weiterhin gefragt

Drei Szenarien zeigte Flaig den Mitgliedern des Verbands – Privatpersonen wie Körperschaften – auf: Sollte das Geld aus der Wirtschaft nicht zusammenkommen, werde der neue Mann in der Verwaltung in anderer Funktion eingesetzt. „Dann wären auch wir weiter gefragt“, betont Flaig.

Wenn die Gewerbetreibenden die gewünschte Summe bereitstellen, würde nicht nur der Touristik e.V., sondern eben auch der Marketingverband überflüssig. „Dann müssten wir eine Möglichkeit finden, unsere Aktivitäten in die neue Organisation überzuleiten“, erklärt der Vorsitzende. Einzelpersonen aus dem Verband würden dem Stadtmarketing aber auch in der neuen Struktur erhalten bleiben.

Verbund mit Touristik e.V.?

Schließlich sei auch ein „Mittelding“ vorstellbar – etwa dass einige Zehntausend Euro zusammen kommen, aber die Größenordnung von 100 000 Euro nicht erreicht wird. „Dann müssten wir daraus das Beste machen“, plädiert Gerd Flaig und schlägt etwa einen Zusammenschluss von Touristik e.V. und Stadtmarketingverband vor. In einer gemeinsamen Organisation könne man die Kräfte besser bündeln.

Ein Jahr wolle der Verband dem neuen Stadtmarketing-Verantwortlichen im Rathaus geben. „Auf unserer nächsten Mitgliederversammlung werden wir das besser beurteilen können.“

Diese Unsicherheit hatte am Dienstag auch Auswirkungen auf die Vorstandswahlen. „Ich wollte nicht mehr“, sagt Flaig, „aber wem sollten wir jetzt zumuten, als neuer Vorsitzender einzusteigen?“ Daher kandidierte er ebenso wie sein Stellvertreter Helmut Monzlinger erneut. „Wir wollen die Entwicklung ja nicht behindern, sondern beflügeln“, sagt Monzlinger. Geschäftsführer Laurentius Luttermann hatte ohnehin wieder antreten wollen. Der gesamte geschäftsführende Vorstand wurde ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt.