Marcel Schiller ist Oestereidens Regenkönig

Marcel Schiller holt den Vogel in großen Teilen von der Stange beim Oestereider Schützenfest.
Marcel Schiller holt den Vogel in großen Teilen von der Stange beim Oestereider Schützenfest.
Foto: Manfred Böckmann
Was wir bereits wissen
Regen muss ein Vogelschießen nicht behindern - höchstens den Marsch zur Vogelstange. In Oestereiden war Marcel Schiller am Ende der Glückliche.

Oestereiden..  Ob er als Regenkönig von Oestereiden in die Vereinsgeschichte eingehen wird, muss sich noch zeigen. Auf jeden Fall ließ sich Marcel Schiller auch durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse nicht davon abhalten, unter die Vogelstange zu treten – wie zahlreiche andere Schützen auch. Nur war er am Ende der Glücklichere.

Wer würde die Nachfolge von Ralf und Martina Rudat antreten? So manch einer hatte die Befürchtung, das würde nichts werden mit dem Schießen, schließlich regnete es im Strömen. Das Schützengericht war längst zu Ende, doch das Wetter noch immer nicht besser. Aber noch länger warten wollte man auch nicht. Also blieben die Schützen im trockenen Zelt, die Aspiranten gingen unter die Stange. Oder wurden (wie die Ehrenschützen) mit einem Schirm dorthin gebracht.

„Das wichtigste ist passiert; es geht“, freute sich Schießmeister Carsten Ising, dass die Flinte nicht durch den Regen einen Schaden davon getragen hatte.

Was braucht man, um den Vogel zu Boden zu holen? Vor allem ein gutes Auge. Und da darüber offenbar nicht alle Schützen verfügten, kreiste zunächst eine Brille, mit der es dann offenbar besser ging. Jetzt war nur noch der in Oestereiden traditionell am Vogel befestigte Grünschmuck im Weg.

Nur Wasser kommt herunter

Langweilig wurde es unter der Stange nicht, auch wenn man zunächst meinte: „Das einzige, das hier runterkommt, ist Wasser!“ Doch „Einer noch, und dann der letzte“ – war das Motto einiger junger Schützen. Doch wann ist der letzte? Auch als bereits Teile des Körpers auf dem Boden lagen, ging es munter weiter. Insbesondere Maximilan Bause, Benedikt Nüse, Anton Nüse und Marcel Schiller schossen fleißig weiter auf den Aar, den einmal mehr Markus Biermann gebaut hatte.

Bis plötzlich das Schießen vorbei war – zum Glück zu einer Zeit, als der Regen etwas nachgelassen hatte: Um 12.25 Uhr holte er mit dem 163. Schuss den noch recht großen Rest von der Stange. Als Königin erwählte sich der 25-jährige Servicetechniker seine Freundin Jasmin Michaelis. Sie stehen samt Hofstaat nun für ein Jahr im Mittelpunkt des Vereins.