"Mädchen in der Pappelallee” wieder in Borgeln
15.10.2008 | 08:59 Uhr 2008-10-15T08:59:00+0200
Borgeln. Die „Mädchen in der Pappelallee” sind nach Borgeln zurückgekehrt.
Pastor Michael Stoffers und Kirchmeister Gerhard Stückemann nahmen das gute Stück sanft aus der schützenden Hülle. Und waren begeistert: „Da ist ja kein Unterschied zum Original zu erkennen.”
Es ist eine Kopie des Bildes, das Franz Nölken 1909/1910 in Borgeln schuf. Erst hing es in der alten Schule Borgeln, später im Gemeindehaus. Und dort hätten sich die Borgeler liebend gern weiter an dem Original erfreut. Doch die Preise für den Maler des Expressionismus stiegen und in Soest erinnerte man sich daran, dass da doch die Dauerleihgabe in Borgeln hing. „Während des 2. Weltkriegs wurde das Bild nach Borgeln ausgelagert, das war unter Pastor Clarenbach”, erinnert sich Kirchmeister Stückmann. „Es gab danach eine Vereinbarung, dass das Bild als Dauerleihgabe in Borgeln bleiben sollte. Aber es wurde nie ein Vertrag gemacht.” Die Borgeler aber behandelten das Bild gut, beteiligten sich auch vor gut dreißig Jahren an der Restaurierung und freuten sich an dem Werk im Gemeindehaus „Vor gut zwei Jahren haben sich die Soester wieder nach dem Bild erkundigt”, berichtet Pastor Stoffers. Eine Untersuchung ergab, dass das Ölbild mit seinen ausdrucksstarken Farben wieder zu restaurieren war. Und dass sein Preis mittlerweile auf gut 70 000 Euro gestiegen war. Zu viel für die Kirchengemeinde. Zwar wäre eine Dauerleihgabe an die Kirchengemeinde Borgeln für die Stadt Soest denkbar gewesen. Aber dann hätte sich Borgeln an der neuerlichen Restaurierung beteiligen müssen, dann wäre jährlich eine hohe Versicherungsumme fällig geworden. Und das Gemeindehaus hätte für die sachgerechte Hängung des Bildes und zum Schutz gegen Langfinger aufgerüstet müssen. Also kein Bedauern. Die Kopie, die eine Kölner Fachfirma durchführte, ist ausgesprochen gut geraten. „Wie das Original”, weisen Stoffers und Stückemann auf die Struktur der Leinwand, die unterschiedlichen Pinselstriche, die feinen Rasterlinien hin. Sie sind auch auf den alten Drucken zu erkennen, die nach der ersten Restaurierung gemacht wurden, verschwanden dann und sind jetzt nach dem neuerlichen Aufenthalt beim Restaurator wieder aufgetaucht. „Das Raster ist von Nölken selbst”, erklärt Dr. Norbert Wex, Abteilungsleiter Kultur der Stadt Soest. „Das hat einen maltechnischen Hintergrund, um das Motiv für weitere Bilder im Maßstab übertragen zu können.” Während das Original jetzt in der Dauerausstellung im Soester Wilhelm-Morgner-Haus zu bewundern ist, wird die Kopie den alten Platz im Borgeler Gemeindehaus einnehmen. Hinter Glas und im Holzrahmen. Über Kosten soll nicht geredet werden, doch lassen Pastor Michael Stoffers und Kirchmeister Gerhard Stückemann durchklingen, dass für eine solche Kopie einige tausend Euro zu zahlen sind. Dieses Kosten wurden von Sponsoren aus der Gemeinde übernommen. Sie möchten nicht genannt werden.
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