Lippstadt - Licht, Wasser und Leben

Das historische Rathaus in Lippstadt.
Das historische Rathaus in Lippstadt.

Lippstadt.. Schon im Mittelalter zählte Lippstadt zu den schönsten Städten Westfalens, vor allem im Kreis der Hansestädte. Heute bestimmt eine Mischung aus Tradition, Exklusivität, Attraktivität mit anheimelnder Gemütlichkeit die Atmosphäre der in vielen Bereichen führenden Stadt.

Bei einer bundesweiten Umfrage erreichte sie im Urteil der Bürger einen 8. Platz (zwischen 50.000 und 100.000 Einw.), im gastronomischen Bereich einen 7. und im kulturellen Angebot sogar den 6. Platz!

Lippstadt ist stolz auf die Auszeichnung als „familiengerechte Kommune“, bietet hervorragende Einkaufsmöglichkeiten, ist in Bezug auf Wirtschaftskraft führend im Kreis und gilt im Regierungsbezirk Arnsberg schließlich als beispielhafte Schulstadt mit den wichtigen Schulformen, dem Studienzentrum der Fernuniversität und ganz aktuell mit der Hochschule Hamm-Lippstadt. Eine glückhafte Symbiose zeichnet Lippstadt aus – die Tradition einer alten Hanse-Stadt mit reicher Geschichte.

Stärkste Festung zwischen Rhein und Weser

Im Jahr 1185 wurde Lippstadt als älteste Gründungsstadt Westfalens planmäßig am Südufer der Lippe angelegt und bis in das 17. Jh. als „Statttor Lippe“ bezeichnet oder auch nur „Lippe“ genannt; Stadtrechte erhielt Lippstadt 1220 durch Bernhard II., danach erweiterte sich die Stadt noch in diesem 13. Jh. auf einer Fläche von ca. 51 ha.

Kontakt Im Norden sicherte die Lippe die Stadt, im Osten, Süden und Westen errichtete man eine Stadtmauer mit fünf Toren. Verstärkungsbauwerke erfolgten 1524 und zu Beginn des 17. Jh. sowie während des Dreißigjährigen Krieges; 1633 bis 1678 war Lippstadt die stärkste Festung zwischen Rhein und Weser, Jahre vorher war sie noch vom Tollen Christian von Braunschweig überfallen und ausgeraubt worden.

Bauwerke aus verschiedenen Epochen

Drei große Stadtbrände vernichteten im 17. Jh. weite Teile des Stadtgebietes, 1656 - 1658 erfolgte ein schneller Wiederaufbau. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) hob der preußische König Friedrich II. die Festungseigenschaft Lippstadts auf und ließ alle Festungswerke schleifen.

1850–1914 entwickelte sich Lippstadt zum Industriestandort mit dem auch heute noch größten Arbeitgeber des IHK-Bezirks, der Firma Hella KGaA Hueck & Co. mit rund 6.000 Arbeitsplätzen. Im Zweiten Weltkrieg blieb Lippstadt weitgehend von Zerstörungen verschont; so prägen Bauwerke aus verschiedenen vergangenen Epochen die Straßen und Plätze der Stadt.

Sehenswertes bei einem Stadtrundgang durch Lippstadt

P Marktplatz, Nähe Stadtmuseum/Rathaus

1. Der Bernhardbrunnen zu Ehren des Stadtgründers steht am Anfang der Langen Straße: Er stammte aus tüchtigem Geschlecht, war Feldherr an der Seite Heinrichs des Löwen, Mönch der Zisterzienserabtei Marienfeld, Abt von Dünamünde, Bischof von Selonien in Livland – ein bedeutender Mann Westfalens im M. A.

2. Jakobikirche (Denkmal d.M. 2008), erstmals urkundlich 1260 genannt. Im Portal ein stark profilierter Kleeblatt bogen, das Innere überrascht als gotische Halle, nur zwei Joche tief, mit einem markanten Kreuzrippengewölbe und ausgeprägter Chorpartie. 2005 wurde das Konzept einer Mehrfachnutzung entwickelt: Die Jakobikirche bleibt als Kirche erhalten, sie steht seit Herbst 2007 zudem als beeindruckender Raum für besondere kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

Tipps 3. Historisches Rathaus (Denkmal d. M. 1999): 1773/74 mit Mittelrisalit, Rokokoportal auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus (13. Jh.) errichtet; mit Rathausplatz und Bürgerbrunnen, Ratssaal, Galerie im Rathaus und Stadt- und Kulturinformation im Rathaus.

4. Stadtpalais (Denkmal d.M. 2001), Lange Straße 15; Steinbau von 1785–1788, durch den Architekten C. A. v. Vagedes unter Bürgermeister Delhaes errichtet, mit herausragenden Stuckdekorationen im Innern, Trauzimmer im Erdgeschoss, Saal im Obergeschoss. 1799 logierte hier der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. mit seiner Gemahlin, 1825 der Kronprinz von Preußen.

Buchtipp 5. Brüderkirche von 1281, die frühere Kirche des von Friedrich von Hörde gestifteten Augustiner-Eremitenklosters. Von hier aus ging die Reformation durch ganz Westfalen; neben der Kirche das Geburtshaus Martin Niemöllers.

6. Marienkirche: Bernhard II., der Gründer Lippstadts, hat diesen wichtigsten Sakralbau zwischen Soest und Paderborn 1222 als Bischof von Selonien geweiht, ein kreuzförmiger Hallenbau mit Westturm und zwei Osttürmen (1. Dritt el des 13. Jh.); der spätgotische Hallenchor, Sakristei und Kapelle an der Südseite wurden von 1478–1506, der Turm mit welscher Haube ergänzt, sehenswert sind die Deckenmalereien. Das hohe Retabel, die Bilderwand über dem Altar im Westteil, einer der seltenen evangelischen Barockaltäre, entstand 1663 nach einem Gelübde eines angesehenen Bürgers.

7. Altes Brauhaus, ehem. Stammhaus der Weissenburger Privatbrauerei Nies.

Empfehlung 8. Metzgeramtshaus (Denkmal d.M. 2005), nahe der Marienkirche, mit der Jahreszahl 1574 (Gründungsdatum des Amtes) und Emblemen der Fleischer, das einzige Zunfthaus, das seit über 400 Jahren heute noch im Besitz der Metzgerzunft ist. Beim jährlichen traditionellen Richtmannsessen (Pfefferpott hast mit Salzkartoffeln und Gurken) wird das Tischgebet in Platt - deutsch gesprochen. Alte Börse: ein sehr stattliches dreigeschossiges Fachwerktraufenhaus mit Schnitzwerk und Schleppgauben .

9. Nicolaikirche (Denkmal d.M. 2002): Der Westturm, ältestes Bauwerk der Stadt, stammt aus dem 12. Jh., das Langhaus von 1873/75. Sehenswert im Inneren: die im Rokokostil 1763 von Bruder Liborius in Soest geschnitzte, mit vier Gemälden geschmückte Kommunionbank, der Flügelaltar des Geseker Malers Gert van Lon und der Armenseelenaltar (1520); das Gedenkbild der Jakoba von Tecklenburg (als Äbtissin von Borghorst und Vreden) an der Nordwand der Kreuzkapelle (1558), Hermann tom Ring zugeschrieben, ein romanisches Kruzifix aus der 2. Hälfte des 13. Jh.; die Fenster (acht Tugenden) im Süd- und Nordschiff von B. Lippsmeier in der expressiven Sprache der Moderne.

10. Stiftsruine (Denkmal d.M. 2003): Eine der schönsten und formenreichsten frühgotischen Klosterruinen Deutschlands. Von dem 1185 gegründeten Augustinerinnenkloster ist nur der Remter mit wenigen Bogen des einstigen Kreuzganges geblieben.

Bewegung 11. Goldener Hahn: ein besonders schönes dreigeschossiges Ackerbürgerhaus mit durchgebauter Mitteldeele und einem zweiten Obergeschoss, mit der um 1566 entstandenen Grotesken-Schnitzerei im Stil der „Weser-Renaissance“, Lippstadts ältestes Gasthaus mit regionalen Spezialitäten, Lange Straße 12.

12. Lippebug, Lippertor: Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen entstandene Fläche (Insel in der Lippe) für Sonderveranstaltungen, die besonders gärtnerisch gestaltet wurde. Altes Steinwehr an der Lippe: Um die Gräben der Festungsanlage unter Wasser setzen zu können, musste die Lippe aufgestaut werden. Die gesamte Schleuse ist in den Sichtflächen aufwändig mit bearbeiteten Natursteinen verkleidet.

13. Grüner Winkel: Nur wenige Schritte vom Rathausplatz entfernt befindet sich der von der Lippe durchzogene Stadtpark „Grüner Winkel“. Das Erholungsgebiet mitten in der Stadt hat Naturliebhabern viel zu bieten. In der weitläufigen Parkanlage kann man die Schönheiten der Natur in vollen Zügen genießen und seine Seele baumeln lassen.

Tipps 14. Burgmühle, Burgstr. 58, älteste Mühle, 1788 in den „Alten Nachrichten“ von Lippstadt genannt. Sie stand mit der landesherrlichen Burg an der westlichen Umwallung der Stadt Lippstadt, 1209 als Zubehör der Burg erbaut und diente seit jeher als Getreidemühle.

15. Kloster St. Annen Rosengarten: 1435 als „Süsternhaus“ gegründet, 1814 aufgelöst; Grundmauern in einer Gartenanlage zu besichtigen.

Empfehlungen in der Umgebung von Lippstadt

  • Bad Waldliesborn: Mineralheilbad mit weitläufigem Kurpark, Thermal-Solebad und abwechslungsreichem Kultur und Freizeitprogramm; „Frühlingsmarkt“ (März/April), „Maifest“ (Christi Himmelfahrt), „Apfelfest“ (September), Weihnachtsmarkt (Dezember).
  • Ev. Stifts- und Filialkirche: OT Cappel, romanische Pfeilerbasilika aus dem Anfang des 12. Jh. mit zweitürmigem Westbau, reich gegliederter, dreischiffiger Vorhalle und Nonnenempore, Langhaus um 1150 von Osten her an den Westbau angegliedert, Seitenschiffe, Haupt und Nebenapsiden vermutlich um 1700 abgebrochen, die Arkaden vermauert. Die Restaurierungen datieren von 1886, 1951 sowie 1979 bis 1981. An die Kirche schließen Kapitelhaus und Abtei (beide um 1552) an. Stiftdechanei und Stiftsdamenhaus als Fachwerkgebäude errichtet.
  • Wallfahrtskirche St. Dionysius: OT Bökenförde: Romanisch gewölbte Pfeilerbasilika (2. Hälfte 12. Jh.) mit Westturm, Langhaus mit zwei Jochen ohne Querschiff, 1889 östliche Erweiterungsbauten.
  • Schloss Overhagen: Wasserschloss auf zwei Inseln, 1619 durch Johannes von Brachum erbaut. Fassade mit geometrischen Backsteinmustern in den Farben Rot und Gelb, vermauerte figurative Sandsteine mit einer Vielzahl an fratzenhaften oder porträtähnlichen Gesichtern und Tierköpfen; Portalrisalit von 1735 (Außenbesichtigung).
  • Schloss Herringhausen: Wasserschloss, 1720 bis 1730 durch Justus Wehmer aus Hildesheim als Herrenhaus mit Mansarddach, übergiebeltem Mittelrisaliten und doppelläufiger Freitreppe erbaut; nur Außenbesichtigung.
  • Schloss Hellinghausen: Vorhanden ist nur noch das Torhaus; zweiflügeliger Barockbau nach einem Brand vor vielen Jahren nicht wieder aufgebaut.
  • Pfarrkirche Hellinghausen, verputzte Saalkirche (1781) mit der größten erhaltenen Orgel von Carl Kuhlmann, Grabplatten (1595, 1769), Sage vom „steinernen Brot“.
  • Altes Gasthaus Voss: OT Lipperode, das älteste Fachwerkhaus im Stadtteil trägt reiche Zierschnitzereien; 1676 ausgestattet mit Privileg des Bierbrauens.
  • Burgruine: OT Lipperode, ehem. lippische Wasserburg am Lippeübergang, 1248 urkundlich erstmals erwähnt, 1605–1609 mit starker Schanze nach niederländischer Festungsbautechnik umgeben und als Wasserburg verstärkt; erhalten nur die geschleifte Festung mit Mauerresten und Wassergräben.
  • Freier Stuhl: OT Lipperode, Grenzstein an Stelle des ehem. Freistuhls im Stadtteil Lipperode (1413 urkundlich erwähnt) mit Wappen und Inschriften der früher hier zusammenstoßenden Herrschaftsbereiche: Clemens August von Bayern (Bischof von Paderborn, 1757); Wenzel Anton von Kaunitz (Graf von Rietberg, 1757); die Lippische Rose (Fürstentum Lippe, 1833).
  • Lippeaue: Überschwemmungsgebiet, teilweise Naturschutzgebiet, renaturierte Auenlandschaft „Hellinghauser Mersch“, Kanu- Touren und intern. Kanuslalom-Strecke an der Burgmühle mit Kanu-Wett kämpfen.
  • Alberssee: OT Rebbeke, Seeuferstraße: Strandbad mit hervorragender Wasserqualität, Strandcafé, Tretboote, Segel- und Surfstation, Campingparadies „Lippstädter Seenplatte“.