Lieber doppelt so schön statt doppelt so laut

Das Blasorchester Allagen begeistert beim traditionellen Osterkonzert.
Das Blasorchester Allagen begeistert beim traditionellen Osterkonzert.
Foto: Lea Deglow
Nachdem das Osterkonzert 2014 ausfallen musste, gaben die Musiker des Blasorchesters diesmal erst recht alles. Das Publikum war begeistert.

Allagen..  Mit Fanfaren und Löffeln bot das Blasorchester Allagen seinen Zuschauern ein Osterkonzert der besonderen Art. Vor ausverkaufter Möhnetalhalle zauberten die Musiker zahlreiche Märsche, Film- und Musicalmusik, sowie ein Medley der besten Udo Jürgens-Songs auf die Bühne.

Unter Leitung von Jürgen Rapos verzauberte das Orchester die 400 Gäste. Der 49-jährige ist seit 2014 im Orchester aktiv und seit September auch musikalischer Leiter. „Als Saxophonist, Klarinettist und Querflötist bringt er viel Erfahrung und Schwung mit in das Orchester!“, betont 2. Vorsitzender Hubertus Strugholz und bedankte sich für dessen großes Engagement in der Zeit vor dem Osterkonzert.

1. Vorsitzender Oliver Stratenschulte begrüßte die Gäste und wünschte allen ein „frohes Osterfest und viel Spaß beim Konzert“. Des Weiteren begrüßte er Bürgermeister Manfred Gödde, Pastor Raul van Lieshout, Niederbergheims Ortsvorsteher Christian Lenze und den 1. Vorsitzenden des Kreismusikerbundes Harald Franke. Besonderer Dank ging auch an die VAK, die bei der Bewirtung für das leibliche Wohl sorgten.

Als Begrüßung durch das Orchester bekamen die Zuschauer eine Fanfare geboten, die „Hymne und der Triumphmarsch aus der Oper Aida“ von Guiseppe Verdi. Als ersten Solisten des Abends präsentierte Jürgen Rapos dabei Dominik Schulte an der Trompete.

Als Wiedergutmachung für das im letzten Jahr ausgefallene Osterkonzert kamen Vorschläge, wie in diesem Jahr doppelt so lange, doppelt so laut oder auch doppelt so schnell zu spielen. Doch letztlich entschied sich das Orchester dafür, doppelt so schön zu spielen. „Ob uns das gelingt, können nur Sie entscheiden, doch wir werden uns allergrößte Mühe geben und nun die Musik sprechen lassen!“, betonte Jürgen Rapos und leitete so zum „Bolero“ von Maurice Ravel über.

Der Marsch des Abends war der „Kurfürsten Reitermarsch“ von Cuno Graf von Moltke, der in die Sammlung der Armee Märsche gehört und eigentlich zur Zeremonie des „Großen Zapfenstreiches“ gehört, heute aber immer seltener gespielt wird.

Ein anderes Genre war die sinfonische Blasmusik mit dem Titel „Robinson Crusoe“ von Bert Appermont. „Wie ein musikalischer Sturm!“, so kündigte Rapos die musikalische Zusammenfassung der Geschichte des Schiffbrüchigen an. Und es war nicht zu viel versprochen, die Zuschauer erhielten Robinson Crusoe in gut 6 Minuten mit all seiner Spannung und Wendungen.

„Die Musik macht einen Film erst zu einem Erlebnis!“ Aus diesem Grund boten die Musikerinnen und Musiker ihrem Publikum die Highlights der Filmmusik aus „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“.

Nach der Pause konnten auch die Nachwuchsmusiker zeigen, was sie können. Das Blasorchester Allagen hat zurzeit 23 Jungen und Mädchen in Ausbildung, von denen 12 am Osterkonzert teilgenommen haben. Unter der Leitung von Theresa Nübel und Niels Bolinger haben auch sie sich intensiv auf den Tag vorbereitet und präsentierten der vollbesetzten Halle die „Winnetou Melodie“ und den Titel „Mondschein an der Eger“.

Vier Fanfaren sorgten nach der Pause bei dem „Fehrbelliner Reitermarsch“ von Richard Henrioh für die besondere Note. Mit ihnen kann keine Tonleiter gespielt werden und war damals sogar eine eigene Zunft, etwas sehr besonderes. Als Fanfaren-Spieler waren Christopher Fromme, Dominik Schulte, Jonas Bolinger und Julian Melcher aktiv.

Einen Marsch der anderen Art gab es für die Zuschauer auch zu bestaunen, „Stars and Stripes forever“ von John Philip Sousa ist ein amerikanischer Marsch und gilt in den USA praktisch als zweite Nationalhymne und wurde vom Blasorchester in die Möhnetalhalle gebracht.

Nach zwei traditionellen Polkas, die von Reiner Kellerhoff zusätzlich mit einfachen Küchenlöffeln unterstützt wurden, erfüllten die Musiker den Saal mit Disneys-Zauber. Mit der Musik zum Musical „Pocahontas“ von Alan Menken, der marschartige Takte mit Indianer Gefühlen mischt, verzauberte das Orchester das Publikum und lies sie noch einmal in Kindheitserinnerungen schwelgen.

Als Highlight des Abends kündigte sich das Udo Jürgens Medley von Kurt Gäble an. Mit den berühmtesten Liedern „Griechischer Wein“, „17 Jahr, blondes Haar“ oder „Merci Cherie“ ehrten sie den im vergangenen Jahr gestorbenen Sänger und Entertainer und brachten die Halle zum Beben. Stehende Ovationen und „Zugabe“-Rufe waren der Dank für die harte Arbeit im Vorfeld des Konzerts. Insgesamt forderte das Publikum drei Zugaben, ehe Jürgen Rapos mitteilte: „Wir sind platt, vielen Dank für ihren Applaus. Das war die viele Arbeit wert!“

Abschließend richtete Hubertus Strugholz das Wort an das Orchester und bedankte sich für das große Engagement. „Auch Dank an Sie, liebes Publikum. Ich hoffe wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, beim 48. Osterkonzert hier in Allagen!“

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