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Heilbäder-Vergleich

Licht und Schatten Schwarz auf Weiß

27.12.2007 | 16:27 Uhr

Bad Sassendorf. (thb) Bad Sassendorf. Der Kurort ist als Ziel für Gesundheitstouristen, also die klassischen „Kurgäste”, Spitze. Als Erholungsort hat Bad Sassendorf allerdings Nachholbedarf.

Was in der Gemeindeverwaltung und der Saline GmbH längst bekannt ist, wird jetzt von einer bundesweiten Studie unter 158 Heilbädern bestätigt.

Das Europäische Institut für Tourismus (ETI) ordnete Bad Sassendorf auf Platz 17 der untersuchten Heilbäder ein. Diese Position in der Spitzengruppe verdankt der Kurort maßgeblich seinen guten Gesundheits- und Rehaangeboten. Immer noch im so genannten Verfolgerfeld auf Platz 24 sehen die Forscher die Wellnessangebote im Ort. Erholungsurlaubern müsse Bad Sassendorf aber mehr bieten, so die Studie. In diesem dritten untersuchten Feld landet der Kurort „nur” auf Rang 33.

Das ETI hatte Heilbäder und Kurorte in allen Bundesländern außer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen verglichen. Auftraggeber war das nordrhein-westfälische Wirtschaftministerium. Die Kurorte und ihre Zukunftsfähigkeit sollten qualitativ bewertet werden. Dazu führte das ETI Umfragen durch und analysierte vor Ort die Angebote der Heilbäder — auch bei anonymen Service-Test.

„Es handelt sich um eine stark tourismuslastige Studie”, erläuterte gestern Eilert Freese. Der Marketingleiter der Saline GmbH stellte gemeinsam mit Kurdirektor Rolf von Bloh, Bürgermeister Antonius Bahlmann und Touristikleiter Olaf Bredensteiner die Ergebnisse vor. Viele Stärken und Schwächen seien zwar nichts Neues, betonten sie. Es gebe nun aber eine objektive Bewertung. Das könne helfen, die Schwächen abzubauen und das touristische Potenzial zu einem zweiten Standbein auszubauen. Bahlmann warnte aber auch davor, sich mit Kurorten dreifacher Größe zu messen. „Wir wollen hier auch keinen Rummel”, erklärte er — der Charakter der Ortes solle bei allen Veränderungen erhalten bleiben.

Aus den Ergebnissen müssten nun „konkrete Handlungsempfehlungen” abgeleitet werden, so von Bloh, „die dann auch in konkrete Investitionen münden.” Das werde alle Akteure in Bad Sassendorf die nächsten zehn Jahre beschäftigten. 

„Einige Dinge können wir selber machen”, ergänzt Olaf Bredensteiner im Hinblick auf die Defizite im Informations- und Buchungsbereich. „Für andere brauchen wir Partner und Investoren.” Rolf von Bloh nennt als Beispiel ein 4-Sterne-Wellness-Hotel neben dem Sole-Thermalbad, das die Saline sicher nicht selber bauen werde. Entsprechende Grundstücke neben dem Bad seien allerdings vorhanden.

Einig waren sich die beiden mit Bürgermeister Bahlmann, dass man die landschaftlichen Mängel Bad Sassendorfs bei der Weiterentwicklung des Ortes eher vernachlässigen werde. „Wir werden die Rosenau nicht zum Möhnesee aufstauen und auch keine Zugspitze hinbekommen”, erklärte Bahlmann. Es biete sich aber an, die Kooperation mit den Nachbargemeinden Soest und Möhnesee und deren Angeboten zu intensivieren, wie es bei der Bewerbung um die Landesgartenschau 2017 bereits begonnen wurde.

Thorsten BOTTIN

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