Lebensfreude bis ins Alter erhalten

Warstein..  Geboren im Kaiserreich, aufgewachsen in der Weimarer Republik, den Verlobten im Zweiten Weltkrieg verloren, gelebt und gearbeitet in der DDR, alt geworden in der Bundesrepublik. Schon diese Aufzählung zeigt, auf welch ein bewegtes Leben Hedwig Ridder zurückblicken kann. Am Sonntag feierte sie im DRK-Seniorenzentrum am Kahlenbergsweg ihren 102. Geburtstag.

„Sie braucht keine Brille, hört noch alles, ist gut zu Fuß“, schwärmte Bürgermeister Manfred Gödde, der der Jubilarin gestern noch einmal gratulierte, „sie macht alles noch selbst – mit 102!“ Hätte sie sich vor vier Jahren nicht bei einem Sturz verletzt, würde sie wohl immer noch in der eigenen Wohnung leben.

Nach der Wende nach Warstein

Geboren wurde Hedwig Ridder ein Jahr vor Beginn des Ersten Weltkriegs in Halle an der Saale, wo ihr Vater eine Fabrik für Fahrräder und Autoteile führte. Nach der Wende war die gebürtige Hallenserin in den Ulmenweg nach Warstein gezogen – in die Nähe ihrer Schwester Ruth Hebrig, die inzwischen mit 94 Jahren in einem Seniorenheim in Meschede lebt. „Ab und zu holt mich meine Nichte ab, damit ich meine Schwester sehen kann“, sagt Hedwig Ridder.

Fröhlichkeit und Lebensfreude strahlt die Jubilarin aus, und sicher haben auch gute Gene dazu beigetragen, das hohe Alter zu erreichen. „Sie verfolgt immer noch die Nachrichten und nimmt auch an jeder Veranstaltung hier im Haus teil“, sagt Pflegedienstleiterin Ruth Boßler über die älteste Frau in Warstein.

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