Leben voller Chaos und Anarchie

Belecke..  Großes Kino auf der Belecker Bühne: „Fight Club“, ein spannender Stoff, der als Hollywood-Thriller mit Brad Pitt und Edward Norton bekannt wurde, ist von dem Bochumer Off-Theater „Rottstr“ so mitreißend inszeniert worden, dass es dort seit fünf Jahren mit nicht enden wollendem Erfolg läuft. Nun kommt, vermittelt durch Ki-Vorstandsmitglied Frederick Krieger, diese Inszenierung am Freitag, 20. Februar, um 20 Uhr in die Neue Aula.

Verlorene Seele

„Du bist nicht das Auto, das du fährst; du bist nicht der Inhalt seiner Brieftasche; du bist nicht – deine Probleme!“ Diese Erfahrung macht Jack, der Protagonist des Stückes, der beruflich Rückrufaktionen für Autohersteller organisiert, der im häuslichen Ambiente versucht, mit ausgewähltem Mobiliar seine Persönlichkeit angemessen zum Ausdruck zu bringen, und der ganz privat Selbsthilfegruppen todkranker Menschen besucht, um sich besser zu fühlen. Eine verlorene Seele, die in der deprimierenden Konsumgesellschaft keinen Lebenssinn findet.

Aber dann trifft Jack auf zwei rätselhafte Figuren, die sein Leben chaotisch und anarchisch werden lassen – der Psycho-Thriller beginnt: Ein geheimnisvoller Fight Club wird gegründet und entfesselt ungeahnte Möglichkeiten, die unkontrollierbare Ausmaße annehmen. Romanvorlage und Verfilmung gehören zu den Kultwerken der späten Neunziger.

Das Bochumer Theater „Rottstr“ ist ein Kleinod der Off-Theater-Szene Nordrhein-Westfalens. Abseits öffentlicher Subventionen machen professionelle Regisseure und Schauspieler modernes, ambitioniertes Theater mit Herzblut und Leidenschaft. „Wie geschaffen für ein Gastspiel in Warstein“, meint Frederick Krieger von der Kulturinitiative Warstein (Ki), die mit dem jungen Ensemble aus dem Ruhrgebiet am 20. Februar in der Neuen Aula die zweite Hälfte ihrer Spielzeit einläutet.

Publikum und Presse waren von Inszenierung und schauspielerischer Qualität hingerissen: „Frenetischer Applaus für abgebrüht clevere Kunst“, resümierte etwa die WAZ, während es bei den Ruhrbaronen hieß: „Hingehen! Keine Ausreden!“