Landwirte denken über Windpark nach

Altenrüthen..  Ein neuer Windpark könnte im Hittental bei Altenrüthen entstehen. Dabei handelt es sich um eine Fläche am Hang zwischen Sportplatz und Möhnestraße. Im Windkonzept der Stadt Rüthen taucht sie nicht auf, wohl aber im Entwurf des Regionalplanes. Darin sind auch Flächen als für Windkraftanlagen geeignet eingestuft, die vor Ort bislang ausgeschlossen werden. Bei der Dorfversammlung am Donnerstagabend kam das Thema zur Sprache.

Eigeninitiative ergreifen

Claus Wiegelmann-Marx, der die Versammlung leitete, ist nicht nur Ortsvorsteher, er ist als Landwirt auch Eigentümer eines Teils der in Rede stehenden Flächen im Hittental. Daran Interesse hat die Firma PNE-Wind aus Cuxhaven gezeigt, die auch bei Meiste einen Windpark errichten will (wir berichteten). „Der Tenor ist, nicht zu verpachten, wenn es vor Ort eine Eigeninitiative gibt“, berichtete Wiegelmann-Marx. Teil dieser Eigeninitiative könnte er selbst sein, ein weitere Alexander Schulte-Steffens, ebenfalls Landwirt und Flächeneigentümer. Weiteres Gelände dort gehört der Stadt.

Richtig konkret ist aber noch nichts, wie der Ortsvorsteher versicherte. Der Regionalplan ist bekanntlich nur ein Vorentwurf, auch habe es bislang nur lockere Vorgespräche gegeben. An diesen war auch Bürgermeister Peter Weiken beteiligt.

„Welchen Bestand haben städtische Beschlüsse?“, ging Hans-Josef Wessel ins Geschirr. Er sprach bei der Versammlung seiner Aussage nach für die Bewohner im Südwesten Altenrüthens, die von einem solchen Windpark betroffen sein könnten. Er verwies auf die Auskunft, die ihm Beigeordneter Georg Köller erst wenige Stunden zuvor in der Einwohnerfragestunde des Rates gegeben hatte. Deren Inhalt: Das Windkonzept 2012 wird nicht verändert, die Aussage über geplante Standorte von Windrädern beziehe sich auf den Bereich Kneblinghausen/Siddinghausen. Außerdem verwies Wessel auf den einstimmigen Beschluss der Stadtvertretung zum Regionalplanentwurf, dass keine weiteren Standorte für Windkraftanlagen befürwortet werden.

Bürgerwindpark denkbar

Zum einen, entgegnete Claus Wiegelmann-Marx, sei das Hittental schon für das Windkonzept 2012 als Suchgebiet gekennzeichnet gewesen, zum anderen gebe es die Vorgabe zum Ausbau der Windkraft. Deren Anteil will Landesumweltminister Johannes Remmel bekanntlich bis 2025 von 8 auf 20 Prozent erhöhen. „Inwieweit das Wort Rüthens dabei gehört wird, ist fraglich“, meinte Hartmut Modes, CDU-Ratsmitglied und selbst Altenrüthener ergänzend. „Irgendwann stehen wir vor dem Problem, dass es ein Recht auf eine Genehmigung gibt“, befürchtet er. „Dann ist es besser, wir machen es selbst; ein Energiekontor aus Cuxhaven interessiert wenig, was hier vor Ort passiert“, hält der Ortsvorsteher ein partnerschaftliches Engagement von Bürgern für deutlich die bessere Alternative. Zumal es eventuell auch die Möglichkeit eines Bürgerwindparks wie in Heddinghausen gebe.

„Altenrüthen ist an der Energiewende schon überdurchschnittlich beteiligt, was Fläche und Zahl der Anlagen betrifft“, konterte Hans-Josef Wessel. Er warnte die Gefahr an drei Seiten von Windrädern umzingelt zu sein. „Es gibt schließlich auch die Interessen der Anlieger.“ Für die Windkraft ins Zeug legte sich Herbert Oel: „Das ist die sauberste Energie, es gibt die wenigsten Eingriffe. Wenn das Menschen aus unserem Dorf bauen, fließt auch Geld ins Dorf“, warb er für die Initiative der Landwirte.

Keine Geheimniskrämerei

„Wir stehen ganz am Anfang, müssen erst wissen was machbar ist“, versicherte Claus Wiegelmann-Marx. Wenn aber die Rahmenbedingungen geklärt seien, gebe es einen fairen Dialog, trotz der mit dem Thema verbundenen Emotionen. „Es gibt keine Geheimniskrämerei und kein Gemauschel, sondern offene Gespräche“, versprach Alexander Schulte-Steffens.