Kunst verbindet die Menschen

16. Rüthener Kreativtage am Handwerkerdorf in Rüthen
16. Rüthener Kreativtage am Handwerkerdorf in Rüthen
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren, zufriedene Gesichter bei den Dozenten und Teilnehmern: Ein voller Erfolg waren die 16. Rüthener Kreativtage. Eine besondere Überraschung hatte Roland Demirlika, Bewohner des Hauses Maria vom Stein parat und schnekte der Stadt Rüthen ein Kunstwerk.

Rüthen..  Zwei Dinge gab es, über die an diesem Wochenende im Handwerkerdorf besonders viel geredet wurde: Das eine ist die Kunst – schließlich übten sich bei den 16. Kreativtagen auf der Stadtmauer 48 Hobby-Künstler, das andere ist das Wetter. „Im vergangenen Jahr habe ich allen für diese Kreativtage besseres Wetter versprochen. Das ist gelungen, aber leider etwas zu viel des Guten“, schmunzelte Jürgen Kampschulte vom Kunstkreis-Team gestern bei der Eröffnung der Vernissage.

Auch auf die Flüchtlingssituation in Rüthen ging Kampschulte ein: „Man kann nicht auf der einen Seite Stolpersteine verlegen und auf der anderen Barrieren errichten, die Flüchtlinge abwehren sollen. Lasst uns ihnen einen Platz in unserer Mitte geben.“

Einem, dem man an diesem Wochenende einen Platz im Kreis der Künstler gegeben hat, ist Roland Demirlika aus Albanien, derzeit untergebracht im Haus Maria vom Stein, der sich den Steinmetzen angeschlossen und eine Schildkröte gearbeitet hat (wir berichteten). Diese schenkte er zum Abschluss den Rüthener Bürgern. „Für mich war es eine besondere Freude, Teil dieses Ereignisses gewesen zu sein. Ich fühlte mich wohl im Kreis von Menschen, die die Kultur lieben.“ Der Kunstkreis hat sich bereit erklärt, für einen passenden Sockel zu sorgen, um die Schildkröte ins rechte Licht zu rücken.

„Kunst ist schwer, es ist viel Arbeit damit verbunden etwas herzustellen, was einem im Inneren bewegt“, lobte Kulturrings-Vorsitzender Rolf Gockel. Um so erstaunlicher ist es, was in den wenigen Tagen geschaffen worden ist, welche kreativen Kräfte im Handwerkerdorf frei gesetzt wurden.

Spontanes Konzert

Vielleicht liegt es ja an der besonderen Lokalität, die Martin Krüper lobte: „Wir durften vier Tage lang an einem der schönsten Orte, die wir in Rüthen haben, sein. Das schlägt sich in den Arbeiten nieder.“

Die in der Seilerei ausgestellten Bilder, die Steinobjekte auf der Stadtmauer, aber auch die aus Papiermaché entstandenen Figuren und die Holzobjekte fanden regen Anklang. Hier lobte Chef-Organisatorin Gisela Michel den Dozenten Paul Krüper, der zum 15. Mal dabei war. „Sein Stil hat sich zum Modernen verändert, daher nehmen auch die Teilnehmer immer etwas Neues mit.“

Etwas mitgebracht hatten Silke Geist und Margret Möllenhoff, die sich bei den Kreativtagen mit Steinbildhauerei beschäftigt haben und zu Hause in Lippstadt in der Trommelgruppe Mamma Africa aktiv sind. „Das Ambiente ist hier so schön, da wollten wir mit unseren Trommeln für zusätzliches Flair sorgen.“ Kurzerhand eingeladen, mitzutrommeln, wurde Xhej Shabani aus Albanien, der derzeit ebenfalls im Haus Maria vom Stein wohnt. Sichtlich Spaß hatte er an der Musik. Kunst, ob bildend oder tonal, verbindet eben die Nationen. Vielleicht liegt auch dies ein Stück am besonderen Zauber dieses Ortes auf der Stadtmauer.