Kulturinitiative ist auch ein Stück Stadtmarketing

In der Neuen Aula: Michael Römer und Frederick Krieger.
In der Neuen Aula: Michael Römer und Frederick Krieger.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
5200 Stunden ehrenamtliche Arbeit stecke bisher hinter den Veranstaltungen der Kulturinitiative in Warstein. Sie hat sich ein gutes Image aufgebaut.

Warstein..  Einen guten Namen gemacht in der Kulturszene hat sich die Kulturinitiative (Ki) Warstein seit ihrer Gründung vor vier Jahren. Ein gutes Image, das man weiter aufbauen und festigen möchte.

„Der Aufwand, die Veranstaltungen zu organisieren und zu steuern, wird immer mehr, wir sind auch ein Stück Stadtmarketing“, betonte Vorsitzender Michael Römer im Kulturausschuss. „Es wäre schön – wenn das Stadtsäckel wieder voll ist – wenn wir von der Stadt Unterstützung bekämen, um unsere Arbeit zu erleichtern.“

Denn die hat auch durch die Übernahme des Kultur-Managements in der Neuen Aula zugenommen. „Wir sind bemüht, die Aula werterhaltend zu betreuen. Da wird auch vor einer Veranstaltung schon einmal der Eingangsbereich von uns gefegt. Oder es kommen abends um 22 Uhr noch Anrufe, dass man Licht in der Aula gesehen habe, ob wir das ausmachen könnten.“

Zugenommen hat durch neue Sicherheitsrichtlinien auch der finanzielle Aufwand. Da man Aufsicht-führendes Personal und einen Bühnenmeister stellen muss, ist auch der Personalaufwand gestiegen, was eben zusätzliche Kosten verursacht.

1500 Euro hat man seit der Übernahme des Kulturbetriebs in die Neue Aula investiert, etwa in eine Sechs-Meter-Leiter, die bei der Einstellung der Scheinwerferanlage benötigt wird, und Garderobenhaken in der Künstlergarderobe, die es schlicht nicht gab, und für Kabel und Stecker. „Wir bemühen uns, die Aula so zu bestücken, dass sie 100-prozentig funktioniert.“

Oft bekäme man Steine in den Weg gelegt von Leuten, die glauben, die Ki verdiene mit den Veranstaltungen richtig Geld. „Dem ist nicht so“, betonte Römer. „Die Aufführungen sind teuer. Wir machen etwa zum ersten Mal eine Großveranstaltung mit Jan Josef Liefers.“ Hier ist eine Gage im fünfstelligen Bereich fällig. „Die Veranstaltung verkauft sich sehr gut. – Da fällt mir ein Stein vom Herzen, denn wir tragen das komplette Risiko.“

In vier Jahren etabliert

Dass sich die Kulturinitiave binnen kurzer Zeit fast zu einem Vollzeit-Job vom Aufwand her mausern würde, hätte die Ki sich bei ihrer Gründung vor vier Jahren wohl kaum träumen lassen. Angetreten war man 2011 mit zwei Zielsetzungen: Die Aula zu retten – was dank der Stadt Warstein gelungen sei – und das kulturelle Leben zu beleben. „Bis dato haben wir 56 Veranstaltungen angeboten, das ist nicht wenig.“

Positiv sei auch die derzeitige Mitgliederzahl von 210 Kulturfreunden. „250 stehen bis Jahresende bei uns auf der Wunschliste. Unsere weitere Vision: Bis 2017 wollen wir als Ki eine wirkliche Marke sein.“ Man sei dabei bereits auf einem guten Wege.

5200 Stunden ehrenamtliche Arbeit habe das Team bisher aufgebracht für Organisation und Durchführung der Veranstaltungen; diese wurden von 12 320 Zuschauern besucht. Zwölf Personen seien allein notwendig, um eine Veranstaltung zu betreuen – vom Karten abreißen über die Garderobe und Betreuung der Künstler. „Wir kriegen das gut gestemmt. Das Gleichgewicht bei den Veranstaltungen ist wichtig, um ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Das wäre ohne Sponsoren nicht zu bewältigen.“

Seit man das Kulturmanagement für die Neue Aula Mitte 2014 übernommen habe, habe sich der Zeitaufwand um rund acht Stunden pro Woche erhöht. „Das ist ein Mehr an Organisation. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Vereine bei uns melden, um Veranstaltungen durchzuführen. „Denen bieten wir als Ki eine Bühne.“

Jugend verstärkt ansprechen

Gut gefüllt ist der Kalender schon für das 2. Halbjahr 2015. „Wir haben schon zehn Veranstaltungen in Planung ab der Sommerpause. Zwei finden als Kooperationsveranstaltungen in 2016 statt.“ Darunter das große Chorprojekt des Gemischten Chores, der ein Musical zur Aufführung bringen will. „Wir arbeiten außerdem an neuen Ideen, um die Jugendlichen anzusprechen.“ Dies ist in der Vergangenheit gut mit den Open-Mics (Poetry Slam) gelungen. – Wobei die Jugend schwer zu motivieren sei: „Für Fight Club haben wir bei Facebook geworben und sind sogar in die Schulen gegangen und haben die Veranstaltung speziell vorgestellt. Es ist schwierig, Jugendliche zu motivieren.“

Gewürdigt wurde das Engagement der Kulturinitiative von Kulturausschuss-Vorsitzender Elke Ibing: „Wir gehen alle gerne ins Theater, aber es fehlt der Einblick, was alles organisiert und gemacht werden muss, wie viel Arbeit dahinter steckt. Wir müssen gucken, wie man diese Arbeit unterstützen kann.“