Krankenkassen sorgsam vergleichen

Warstein..  Krankenversicherte können sich über eine Beitragssenkung freuen: von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent. Der Rückgang beschert den Versicherern jedoch ein Loch in ihren Kassen, das sie voraussichtlich über individuelle Zusatzbeiträge wieder schließen werden.

Für Verbraucher heißt es jetzt: „Aufgepasst! Falls eine Krankenkasse einen höheren Mitgliedsbeitrag verlangt, sollten Versicherte die Beitragssätze und die Leistungen mehrerer Kassen vergleichen und gegebenenfalls wechseln. Denn dann haben sie ein Sonderkündigungsrecht“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Die Details:

Neue Beitragssätze: 65 Krankenkassen erheben einen Zusatzbeitrag von unter 0,9 Prozent. 50 Kassen bleiben bei dem vorläufigen Satz. Und acht Krankenkassen verlangen mehr. Für viele wird die Krankenversicherung also etwas günstiger.

Künftig mehr Ausgaben: Mit Blick auf die steigenden Ausgaben für Medikamente, Arzthonorare und Behandlungen sind die meisten gesetzlichen Krankenkassen gezwungen, ihre Zusatzbeiträge nach einer Weile anzuheben, um die Kassenleistungen zu decken.

Zahlungspflicht: Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss in der Regel den Zusatzbeitrag der Kasse zahlen. Ausgenommen davon sind mitversicherte Familienangehörige – also Kinder oder Ehepartner. Bei Empfängern von Arbeitslosengeld I oder Grundsicherung übernimmt der jeweilige Träger neben der Krankenversicherung auch den vollen Zusatzbeitrag.

Kündigung: Versicherte haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder erhöht. Die Kassen müssen ihre Versicherten spätestens in dem Monat vor der geplanten Anhebung auf dieses Sonderkündigungsrecht aufmerksam machen.

Qualität und Preis der neuen Kasse: Niedrige Zusatzbeiträge alleine machen noch keine gute Krankenkasse aus. Entscheidend für die Wahl sollten neben der Beitragshöhe auch gute Erreichbarkeit, Service und Beratung bei Fragen zu Krankheiten und zur Arztwahl sein.