Kosovaren schwer zu motivieren

Arbeitskreis tagt: Vorsitzender Bernd Vorderwisch (rechts) und Udo Schröder-Hörster vom Regionalvorstand der Johanniter.
Arbeitskreis tagt: Vorsitzender Bernd Vorderwisch (rechts) und Udo Schröder-Hörster vom Regionalvorstand der Johanniter.
Foto: Carolin Fisch
Was wir bereits wissen
Der Arbeitskreis Asyl interessiert sich für die aktuelle Entwicklung in der Flüchtlingsunterkunft. Vor allem, weil einige Bewohner auffällig wurden.

Rüthen..  „Frustrierte Kosovaren und Kriminaldelikte“ waren Schwerpunkte der Sitzung des Arbeitskreises Asyl und Inhalt des Sachstandsberichtes in der Rüthener Flüchtlingsunterkunft.

Nachdem Bernd Vorderwisch, Vorsitzender des Arbeitskreises, die Anwesenden begrüßte, fasste Udo Schröder-Hörster vom Regionalvorstand der Johanniter die letzten Wochen, insbesondere die Besuche hochkarätiger Amts- und Würdenträger in der Flüchtlingsunterkunft zusammen. „Der Aufenthalt des Erzbischofs Hans-Josef Becker in Rüthen war für uns Johanniter ein Comeback, da der Bischof schon lange keine mehr von uns betreute Einrichtung besucht hat“, berichtete Schröder-Hörster erfreut. Einen ebenfalls positiven Verlauf hatte der, wie Schröder-Hörster befand, „einzigartige“ Besuch des Herrenmeisters des Johanniter-Ordens, Oskar Prinz von Preußen.

Anschließend berichtete das Vorstandsmitglied über die aktuelle Situation in der Flüchtlingsunterkunft. „Zurzeit wohnen hier um die 500 Asylsuchende, die aus 30 Nationen stammen. In den letzten Wochen wurden einige Bewohner vor allem durch Diebstähle und Vandalismus auffällig“, so Schröder-Hörster.

Aktuell sei die Situation für die Flüchtlinge aus dem Kosovo aus zwei Gründen nicht einfach. „Einerseits sehen sie den schnellen Durchlauf anderer Flüchtlinge wie zum Beispiel bei den syrischen Landsleuten, und andererseits kommt Frust auf, da sie bereits sieben Wochen und teilweise länger in der Rüthener Unterkunft warten“, erklärte er. Sein Fazit: Frustrierte Kosovaren, die schwer zu motivieren seien und teilweise durch Kriminalität auffallen oder dem Alkohol zusprechen würden.

„Hinzu kommt, dass sie von anderen Flüchtlingen drangsaliert und als Asylschmarotzer bezeichnet werden“, merkte Schröder-Hörster besorgt an. So entständen zwangsläufig „Gewinner“ und „Verlierer“, was sich auch auf die Stimmung im Haus niederschlagen würde.

Eindruck bestätigt

Dieser Eindruck wurde auch von Einrichtungsleiter Ömer Güvenc bestätigt. Die Teilnehmer des Arbeitskreises sehen die Lösung des Problems, indem sie in regelmäßigen Gesprächen mit den Flüchtlingen ihr Willkommen zum Ausdruck bringen, jedoch verbunden mit der Aufforderung, sich dementsprechend als Gäste zu verhalten.

Die Rüthener Flüchtlingsunterkunft soll zukünftig für 550 Plätze zuzüglich 50 Notplätze ausgelegt sein. „Eine Erweiterung des Hauses mit einem Anbau ist nicht geplant“, betonte Schröder-Hörster und verwies auf kürzere Durchlaufzeiten von aktuell etwa zwei Wochen. So sei es üblicher Alltag: 50 Kommunalzuweisungen am Morgen und 50 Einzüge am Nachmittag. „Ein bis zweimal die Woche kommt das auch mit jeweils 100 Personen vor, wobei Räumung und Reinigung der Unterkunft möglichst schnell verlaufen müssen“.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die zügigen Durchlaufzeiten mit weiteren Belastungen der ehrenamtlichen Helfer einhergehen. Ihre Arbeit in den verschiedenen Kursen würde dadurch erschwert, dass die Flüchtlinge bereits nach ein oder zwei Wochen die Unterkunft verlassen und somit keine stabilen Gruppen entstehen könnten. „Es kostet viel Energie, sich jedes Mal auf andere und neue Kursteilnehmer einzustellen. Wie lange kann man diese Energie noch aufbringen?“, stellte Bernd Vorderwisch die zukünftige Arbeit der ehrenamtlichen Helfer in Frage.

Eine Teilnehmerin des Arbeitskreises merkte an, dass es aus diesem Grund mehr Hilfe und Unterstützung durch Ehrenamtliche in den einzelnen Kursen geben müsse. Außerdem befürchteten einige Anwesende, dass durch die negativen Schlagzeilen der vergangenen Tage die tatsächliche Befindlichkeit in der Stadt bezüglich der Flüchtlingsunterkunft zu kippen drohe.

Auch aus diesem Grund, und damit die Flüchtlinge mit der Rüthener Bevölkerung näher zusammenkommen, soll am Karsamstag, 4. April, ein kulturelles Sportfest stattfinden. Der Vorschlag für dieses Oster-Sportfest kam seitens des TSV Rüthen, die ihrerseits einen Sportplatz organisieren und Fußballspiele anbieten möchten. „Ab 9 Uhr soll es losgehen, morgens gibt es eine Veranstaltung für die Kinder und nachmittags wird Fußball gespielt. Die Betreuer, die Security sowie auch die Polizei wollen sich sportlich beteiligen“, kündigte Einrichtungsleiter Ömer Güvenc das Sportereignis an. „Die Veranstaltung möchten wir bewusst auf den Karsamstag legen, da es um Ostern für die Flüchtlinge keine großen Freizeitmöglichen gibt“, ergänzte er.

Ein Teilnehmer des Arbeitskreises, der in Oestereiden neun Flüchtlinge betreut, freute sich besonders über die attraktive Veranstaltung und nahm dieses Angebot – auch im Namen seiner Schützlinge – dankend an.