Kopfüber im Soester Altstadt-Trubel

Soest..  Die Kreisstadt steht Kopf und das nicht nur zur Allerheiligenkirmes: Studenten der Fachhochschule Südwestfalen haben ein schwindelerregendes Fahrgeschäft konstruiert. Nur durch eigene Muskelkraft betrieben, können Fahrgäste im „Loop Hunter“ den Überschlag wagen. Am Soester Bördetag soll die Attraktion ihren ersten öffentlichen Auftritt bekommen.

2013 kam findigen Maschinenbau-Studenten die Idee für die mit Muskelkraft betriebene Überschlagschaukel. Schnell waren die Pläne gezeichnet, die Konstruktion vollzogen und sogar ein freiwilliger Testpilot gefunden. Im Rahmen einer Projektarbeit tüftelten Martin Beumker, Bernd Hegemann und Holger Strunk am Konzept und verbauten allein 2000 Kilogramm Stahl. Die erste Präsentation des Fahrgeschäfts erfolgte passend zur Soester Allerheiligenkirmes im November 2013. Das Prinzip: Der Fahrgast sitzt fest angeschnallt im Sitz in einer drehbar gelagerten Gondel. Vor ihm befindet sich ein Handrad. Wird es gedreht, setzt sich die Gondel in Bewegung. Durch mehrmaliges Hin- und Herpendeln wird so lange Schwung aufgebaut, bis sich die Gondel überschlägt.

Vom TÜV abgenommen

Beim puren „Privatvergnügen“ wollten es die Studenten aber nicht belassen. Jeder solle die Chance haben, dem Überschlag im „Loop Hunter“ hinterherzujagen, so das erklärte Ziel. Um das Fahrgeschäft öffentlich zu betreiben, musste allerdings eine Genehmigung durch den Technischen Überwachungsverein (TÜV) her. So verstärken seit 2014 Kersten Drügemöller und Simon Isfort das Team, die gemeinsam mit Holger Strunk vorrangig an den erforderlichen Nachweisen für die „Ausführungsgenehmigung für Fliegende Bauten“ arbeiten. Von Anfang an begleitet Prof. Christian Stumpf das Projekt. Als Professor im Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik betreut er die mit dem Konzept verknüpften Projektarbeiten und steht den Studenten mit Fach- und Sachverstand sowie als wichtiger Kontakter engagiert zur Seite.

Der Loop Hunter wurde inzwischen um eine Gondel-Bremse, eine sichere Einstiegstür, eine Abzäunung und diverse Kleinigkeiten, die für einen sicheren Betrieb notwendig sind, erweitert. Die gesamte Dokumentation des Projekts liegt zurzeit zur Prüfung beim TÜV-Nord in Essen. Sobald die Ausführungsgenehmigung vorliegt, könnte der Loop Hunter am Bördetag im Mai wagemutige Fahrgäste gegen einen kleinen Obolus Kopf stehen lassen. Nicht nur die beteiligten Studenten freuen sich auf das Projekt, auch die Partner und Organisatoren von der Wirtschaft & Marketing Soest GmbH.

Viel Geld haben die Studenten bislang selbst für Material ausgegeben. Für die Prüfgebühren will die Fachhochschule Südwestfalen aufkommen und auch der Verein der Freunde und Förderer des Soester Hochschulcampus beteiligt sich an den Kosten. Das Gurtsystem stellt die Firma Schroth Safety Products GmbH aus Arnsberg kostenlos zur Verfügung. Großer Dank gelte daher allen, die das Projekt möglich gemacht hätten, so die Studenten.