Kontrastprogramm zur Schule

Kreis Soest..  Kröten vor dem Tod bewahren, Obstbäume stutzen oder dem Riesen-Bärenklau Einhalt gebieten: Das Aufgabenfeld von Pia-Luisa Ridder und Lara-Marie Borggräfe ist breit gefächert. Vor knapp acht Monaten haben die beiden ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Kreis Soest begonnen und sagen schon jetzt: „Das FÖJ hat uns wirklich was gebracht.“

„Vorher habe ich gedacht, dass die Arbeit bei der Kreisverwaltung mehr Büroarbeit wird, doch in der Hinsicht wurden wir beide positiv überrascht“, erinnert sich Lara-Marie Borggräfe. „Wir sind fast jeden Tag draußen und machen uns die Hände dreckig. Genau so wollte ich es. Zwar gibt es auch Tage, an denen wir im Büro sind. Diese sind aber nicht so häufig, gehören dazu und geben andere Einblicke in die Aufgabenfelder.“ Ein echtes Kontrastprogramm zur Schule, das gleichzeitig der Natur nützt.

Mittendrin im Naturschutz

Genau dieses Kontrastprogramm wollte auch die 20-jährige Pia-Luisa Ridder haben, als sie sich für ein FÖJ entschied. Ihr Ziel: Sich ein Jahr lang bewusst mit dem Naturschutz auseinandersetzen. „Vorher habe ich kaum mitbekommen, welche Naturschutz-Projekte in der näheren Umgebung stattfinden. Jetzt bin ich mittendrin. Ich sehe, wie aus Ideen Konzepte werden, diese sich zu komplexen Projekten entwickeln und schließlich, Schritt für Schritt, umgesetzt werden. Es passiert eine Menge im Bereich Naturschutz und das ist wirklich spannend“, so die Welveranerin.

Auch der Blick auf die Region habe sich geändert, erzählen die FÖJlerinnen. „Da wir viele Aufgaben selbstständig erledigen dürfen, sind wir auch viel nur zu zweit im Kreisgebiet unterwegs. Ich habe jetzt eine viel detailliertere Karte vom Kreis im Kopf, nicht mehr nur die großen Städte. Wenn ich beispielsweise auf einer Landstraße fahre, dann weiß ich, welcher Bach am Straßenrand entlang fließt, wo sich das nächste Naturschutzgebiet befindet oder wo in der Nähe eine Renaturierungs-Maßnahme durchgeführt wird. Das war mir vorher alles nicht bewusst“, sagt Pia-Luisa Ridder.

Berufliche Zukunft

Was die berufliche Zukunftsplanung der beiden betrifft, so hat die Zeit beim Kreis bereits jetzt Spuren hinterlassen: Nach dem Abitur hatte Pia-Luisa Ridder gedacht, dass sie später in den Bereichen Kunst oder Natur arbeiten würde. Dank des FÖJ sei sie sich aber nun sicher, dass ein Kunststudium für sie das Richtige ist. „Der Naturschutz spielt für mich weiterhin eine große Rolle. Buddeln im Garten werde ich auch weiterhin – aber nur noch hobbymäßig“, so die 20-Jährige. Anders sieht es bei Lara-Marie Borggräfe aus. Das FÖJ hat sie darin bestärkt, sich auch beruflich für den Naturschutz einzusetzen und Landschaftsökologie oder Geografie zu studieren.

Etwa vier Monate dauert noch das FÖJ von Pia-Luisa Ridder und Lara-Marie Borggräfe. Danach reichen sie ihr Werkzeug an die nächsten FÖJler weiter.