Kontakt zwischen Deutschen und Flüchtlingen aufbauen

Warstein..  Bis das Kolpinghaus in voraussichtlich drei Jahren einer neuen Feuerwache weichen muss, wird es als Begegnungszentrum für die Warsteiner Bevölkerung und die hier lebenden Flüchtlinge genutzt. Die Caritasrunde wird einen entsprechenden Nutzungsvertrag mit der Stadt abschließen, erklärte Helmuth Reese gestern im Gespräch mit der WESTFALENPOST. „Die Flüchtlinge sollen sich dort zum einen untereinander kennen lernen und Erfahrungen austauschen“, kündigt Reese an, „sie sollen aber auch Kontakte zur deutschen Bevölkerung knüpfen.“

Angebot muss sich herumsprechen

Zweimal pro Woche soll das Begegnungszentrum ab sofort geöffnet haben: mittwochs und samstags jeweils ab 16 Uhr. „Wir stehen aber noch ganz am Anfang, das muss sich erst rumsprechen“, glaubt Helmuth Reese. Bei einem ersten spontanen Treffen am vergangenen Samstag waren allerdings bereits rund 40 Besucher ins Kolpinghaus gekommen – vor allem Flüchtlinge, die in Warstein leben, und Deutsche, die sich etwa direkt in der Caritasrunde ehrenamtlich engagieren.

Helmuth Reese, der das Begegnungszentrum federführend betreut, hofft nun, dass das Angebot in beiden Zielgruppen bekannt wird. „Ich kenne viele Deutsche, die sich Kontakt zu Flüchtlingen vorstellen können und auch wünschen“, sagt er, „die sich aber nicht sicher sind, wie sie auf sie zugehen sollen.“ Über das Café sollen sie einen Zugang finden.

Auch Vorträge geplant

Gegen einen kleinen Obolus werden kalte Getränke, Kaffee und Tee ausgeschenkt. Auf alkoholische Getränke wird aus Rücksicht auf die Flüchtlinge verzichtet.

Für die Flüchtlinge selbst soll es perspektivisch auch Vorträge zu für sie relevanten Themen geben, etwa dem deutschen Gesundheitssystem oder Möglichkeiten zum Berufseinstieg.

Die Stadt hatte die Immobilie im Sommer gekauft, um dort eine neue Feuerwache zu bauen. Seitdem ist die frühere Gaststätte geschlossen. Wegen des Stadtfests war die Verwaltung gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.