Komplexe Verflechtungen mit verschiedenen Akteuren

Warstein. / Soest..  Auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich der Umweltausschuss des Kreises Soest gestern Abend in seiner Sitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Steinabbau/Trinkwasser“ im Raum Warstein/Rüthen beschäftigt. Dies war vor allem dem Umstand geschuldet, dass die neuen Mitglieder im Gremium mit der komplexen Materie noch nicht so vertraut sind und auf diesem Wege „upgedatet“ werden sollten.

Die zuständigen Abteilungsleiter, Norbert Hurtig (Untere Wasserbehörde) und Michael Joswig (Bauwesen), räumten denn in ihrer Präsentation auch ein, dass es sich um eine sehr „komplexe Thematik“ (Joswig) handele, deren Abläufe und Entscheidungsebenen für Außenstehende nicht immer klar und transparent seien.

Zumal, wie Joswig andeutete, die Steinindustrie sich in der Vergangenheit nicht immer streng an Genehmigungen orientiert habe.

Norbert Hurtig führte aus, wie engmaschig das Kontrollnetz des Kreises inzwischen gewebt sei. Am Beispiel des Abbaugebietes Kupferkuhle/Morgensonne zeigte er anhand von Fotos die Entwicklung über einen Zeitraum von sieben Jahren auf und wie es gelungen sei, die zu tief erfolgten Steingewinnungen zu korrigieren.

Wöchentliche Kontrollen

Die anfängliche Besorgnis, die Steinindustrie habe hier im Grundwasserbereich Stein abgebaut, hätten sich nach Ansicht des Kreises nicht bestätigt. Vielmehr habe es sich um bei dem wiederholt dokumentierten Wasser um Oberflächenwasser, also Niederschlag nach starken Regenfällen, gehandelt.

Mindestens einmal die Woche seien Mitarbeiter des Kreises in Warstein vor Ort (Hurtig: „Wir machen wöchentlich Bilder“), um sich zu vergewissern, dass sich die Unternehmen Westkalk und Cemlapis im Rahmen der erteilten Genehmigungen bewegen. Hurtig: „Das sind zum Teil sehr komplexe Verflechtungen mit verschiedenen Akteuren. Das macht es nicht unbedingt einfach.“ Allein schon deshalb sei es sinnvoll und richtig, den Kreisumweltausschuss regelmäßig über den Stand der Dinge zu informieren.

Michael Joswig hatte seine Präsentation mit „Problemfelder Steinabbau“ überschrieben und stellte die Konkurrenz der verschiedenen Interessen dar: Steinabbau, Trinkwassergewinnung, Städtebau und Naturschutz. Joswig: „Das ist zum Teil natürlich ein sich widerstrebender Interessenmix.“

Zudem seien mit der Bezirksregierung und dem Kreis gleich mehrere Behörden bei der Erteilung von Genehmigungen involviert; was die die Dinge nicht unbedingt einfacher mache.

Aktuell gibt es einen Änderungsantrag von Cemlapis, die im Bereich des Steinbruchs Kupferkuhle eine Abflachung der Ostböschung beantragt habe. Darüber werde man jetzt zeitnah entscheiden müssen. Joswig: „Aber das ist für uns ein ganz normaler Vorgang.“