Kolpingsfamilie wieder im ruhigen Fahrwasser

Warstein..  Ein Jahr mit Höhen und Tiefen hat der Kolpinghaus-Verein hinter sich gebracht. Der erste Tiefschlag war, dass das Wirtepaar, das dem Verein 14 sorgenfreie Jahre beschert hatte, den Pachtvertrag kündigte, um nach Kitzingen zu ziehen. Das zog eine intensive Suche nach einem Nachfolger nach sich, berichtete Fritz Eßfeld bei der Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie Warstein. „Wir hatten mehrere Bewerber, einige waren indiskutabel. Hätten wir die genommen, hätten wir heute ein Glück-auf-Lokal.“

Nachfolger gefunden

Stattdessen beschloss man, das Kolpinghaus mit Unterstützung der Firma Köster aus Anröchte zunächst als Eigenbetrieb zu führen. Seit November hat man nun mit Ralf Förster einen neuen Wirt für das Haus gefunden.

„Eigentlich ist es ganz gut gelaufen“, blickte Eßfeld auf arbeitsintensive Monate zurück. „Aber ich lege keinen gesteigerten Wert darauf, so etwas noch einmal durchführen zu müssen.“

Denn nach dem Weggang der Pächter folgte der nächste Tiefschlag: Die alte Heizungsanlage gab den Geist auf, eine neue musste installiert werden. Nicht die einzige Investition im vergangenen Jahr: Der Fußboden des Bierkellers wurde saniert, die Küche – „sie war in einem rasanten Zustand“ – erhielt einen neuen Ofen und teils neue Edelstahl-Schränke. Auch eine neue Waschmaschine und ein Trockner sowie neue Matratzen für die Gästezimmer wurden angeschafft. Zudem wurden die Elektro-Installationen in der Gaststätte überarbeitet. „Außerdem haben wir die Musikanlage erneuert, so dass man an den unterschiedlichen Örtlichkeiten verschiedene Musik hören kann.“

Noch einen weiteren Tiefschlag musste der Hausverein hinnehmen: Im Obergeschoss gab es einen Wasserschaden. Wände und Fußboden mussten getrocknet, die Isolierungen erneuert werden. Auch die Wohnung des Wirtes wurde in Mitleidenschaft gezogen. „Unser Portemonnaie ist ziemlich leer. In diesem Jahr sind keine Investitionen geplant, da wir uns das nicht leisten können.“

Konstante Mitgliederzahlen

Zufrieden ist Josef Pieper, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen. „Die Zahlen sind in den letzten Jahren relativ konstant.“ Vielleicht liegt dies mit an der großen Bandbreite an Angeboten, die von Familienangeboten wie den Mehrtages-Fahrten nach Fulda und Eversberg, über Bildungsarbeit – zu nennen sind hier die Besichtigung der Firma Infineon und der Werkstatt für Behinderte in Belecke – bis zu religiösen Angeboten reichen. So charterte man gemeinsam mit der kfd einen Bus zur Werl-Wallfahrt und lud zum traditionellen Feldgottesdienst am Gesellenkreuz – 80 Teilnehmer, darunter zehn aus Bruchhausen, kamen.

Eine interessante Entwicklung registrierte Pieper bei den Altkleidersammlungen. Während die Ergebnisse bei den Straßensammlungen seit einem Anstieg in 2010 rückläufig sind – einen besonderen Ausreißer stellt das Jahr 2013 dar, in dem die Herbstsammlung wegen Schnee und Eis ausfallen musste – ist die Tonnage bei den Container-Sammlungen ansteigend.“Das Container-Ergebnis war fast doppelt so hoch wie 2012.“

Mit ein Grund sei eventuell, dass zwei zusätzliche Container aufgestellt wurden. Neu hinzu gekommen sind ein zweiter Container am Kolpinghaus und der Standort Friedhof. „Wir haben uns ein bisschen schwer getan mit den Containern, aber wenn wir das nicht gemacht hätten, wären die alten Kleider bei unseren Mitbewerbern gelandet“, ist sich Pieper sicher.

Sprachkursus für Asylbewerber

Das Problem ist nämlich, dass die Erlöse bei den Container-Sammlungen niedriger sind als bei den Straßensammlungen und das von den Container-Erlösen ein Teil nach Paderborn abgeführt wird. „Es wäre schön, wenn die Leute ihre Altkleider sammeln und an die Straße stellen würden“, betonte Pieper. „Das war früher mehr, ist aber immer noch gut, um karitative Projekte vor Ort verwirklichen zu können.“

Einen Teil des Erlöses aus den Sammlungen will die Kolpingsfamilie in einen Sprachkursus für Asylbewerber investieren. Zu den 500 Euro Eigenanteil steuert das Erzbistum 4500 Euro zu dem Kursus bei.