Kloster Mülheim ist Glücksfall

Dreharbeiten Kinofilm "Nebel im August" im Kloster Mülheim Regisseur Kai Wessel und Produzent Ulrich Limmer
Dreharbeiten Kinofilm "Nebel im August" im Kloster Mülheim Regisseur Kai Wessel und Produzent Ulrich Limmer
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im Kloster Mülheim haben in dieser Woche die Dreharbeiten für den Kinofilm begonnen.

Warstein..  Wer in diesen Tagen das weitläufige Gelände des Kloster Mülheim betreten darf, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein historisches Gemäuer aus jahrelangem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden ist. Überall herrscht ein wuseliges Treiben und geschäftige Aktivität. Was kein Wunder ist, denn seit Mittwoch ist das altehrwürdige Gemäuer für die ebenso engagierte wie aufwändige Filmproduktion „Nebel im August“.

Als einzige Zeitung hatte die WESTFALENPOST in dieser Woche die Möglichkeit, sich vor Ort umzusehen. Mit einer Ausnahme: Die eigentlichen Dreharbeiten sind tabu und werden es nach Auskunft von Produzent Ulrich Limmer auch bis zum Schluss bleiben: „Wir halten den Dreh ganz bewusst unter Verschluss, weil wir das Thema nicht zu früh verheizen wollen.“

Bis Anfang Juni werden täglich bis zu hundert Schauspieler, Kameraleute, Beleuchter, Maskenbildner und Komparsen vor, neben und hinter der Kamera stehen und so dafür sorgen, dass in Mülheim ganz wesentliche Teile der Kinoproduktion „in den Kasten“ kommen.

Das Kloster, von der Filmcrew stets nur liebevoll „unser Schloss“ genannt, ist für Produzent Limmer „ein absoluter Glücksfall“: „Die Bedingungen hier sind für uns ideal. Wir haben lange Zeit nach dem geeigneten Ort gesucht und ihn schließlich hier in Mülheim gefunden.“

Lob für gute Zusammenarbeit

Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem LWL bezeichnet er als „vorbildlich“. In diesem Zusammenhang lobt Limmer auch die LWL-Klinikleitung um Dr. Josef Leßmann: „Von dort erhalten wir große Unterstützung. Ich bin beeindruckt, wie offen und verantwortungsvoll man auch mit der eigenen Rolle umgeht, die die Klinik während der Nazi-Zeit gehabt hat.“

Mehrere Dutzend Handwerker, viele davon aus heimischen Firmen (Limmer: „Was wir hier machen, ist auch ein Stück lokale Wirtschaftsförderung“) haben in den vergangenen vier Wochen fast rund um die Uhr gewerkelt, gehämmert, gebohrt, geschraubt und gesägt. Ihre Aufgabe: Die großzügigen Räume des Klosters in eine Nervenheilanstalt zu verwandeln, die dem Vergleich mit den Anstalten der 40er Jahre Stand hält. Dazu ist unwahrscheinlich viel Material verbaut worden. Allein elf (!) Tonnen Holz sind für die verschiedenen Kulisse verbraucht worden.

Alles soll - nein: muss - so authentisch wie möglich aussehen. Schließlich hat die Produktion einen hohen Anspruch. Limmer: „Wir haben eine hohe Verantwortung gegenüber der Originalgeschichte und wollen das entsprechend umsetzen.“