Kleine Stars in der großen Manege

Oestereiden..  Wer hat als kleines Kind nicht davon geträumt, in einer richtigen Manege zu stehen und aufzutreten? Einmal wie ein Artist durchs Zirkuszelt fliegen, einmal als großer Dompteur vom Publikum gefeiert werden, oder einmal als Prima-Ballerina elegant über das Drahtseil schweben. Dieser Traum ging am Samstag für die rund 90 Kinder der Luzia-Grundschule in Oestereiden in Erfüllung.

Eine Woche lang tauschten sie Klassenzimmer gegen Zirkuszelt des Mitmachzirkus’ Proscho und wuchsen über sich hinaus. Schnell waren das Rechenheft und das Lesebuch gegen den Hula-Hoop-Reifen, die Clownsnase oder durch die Jonglage-Bälle ausgetauscht und die Kinder wurden zu den kleinen Stars der großen Manege. Ob Clownerie, Bodenakrobatik, Trapez, Drahtseilakt oder Weinglas-Balance, Tauben-Dressur oder Jonglage: In den unterschiedlichen Projekten sorgten die Artisten und Darsteller des Proscho-Zirkus’ dafür, dass garantiert keine Langeweile aufkam.

Fleißig hatten sie während der letzten Tage für ihre große Aufführung geübt. Nicht nur während des Projektes rund um das Zirkuszelt und in der Turnhalle – auch das Kinderzimmer zu Hause wurde spontan zur Manege umfunktioniert.

Ein wenig Lampenfieber schienen die kleinen Akteure trotzdem noch zu haben, bis es schließlich hieß „Manege frei“ und der rote Vorhang sich für den ersten Auftritt einer spektakulären Hula-Hoop-Show öffnete. In funkelnden Kostümen schwangen die Kinder zu Helene Fischers Klassikern „Atemlos“, und „Marathon“ nicht nur die Hüften, sondern zeigten auch, was mit so einem Reifen noch alles möglich ist. Geschickt ließen sie gleich ein, zwei oder sogar zehn Reifen gleichzeitig um Arme, Hals und Hände tanzen. Ein gelungener Einstieg, der das Publikum in Stimmung brachte.

Weiter im Programm ging es mit besonders gefährlichen Akteuren. Die „Krieger aus dem Reich der Mitte“ begeisterten mit spektakulärer Bodenakrobatik und schwindelerregenden Pyramiden. Wie die großen Profis verneigten sie sich nach jeder Vorführung und ernteten tobenden Applaus vom Publikum. Magisch wurde es anschließend, als die „Zauberer von OZ“ in die Manege traten. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht, balancierten sie mit Weingläsern in ihrem Gesicht und stiegen dabei über Hindernisse.

Balancieren sie wie Profis,

Die darauf folgenden „Gangster am Trapez“ hingegen überzeugten mit Eleganz und Coolness gleichzeitig: Gekonnt schwangen sie sogar zu zweit oder zu dritt mit dem Trapez über das Publikum. Bevor es anschließend in die kurze Pause ging, wurden einige Zuschauer von den hinterlistigen Clowns auf die Bühne geholt. Gackern wie ein Huhn, hüpfen wie ein Hase oder auf allen Vieren gehen wie ein Hund: Zur Abwechslung mussten die Erwachsenen auf das Kommando der Kinder hören und sehr zur Freude des Publikums das tun, was sie ihnen befahlen.

Weiter ging es mit einem besonderen Auftritt: Disneys Tarzan und Jane präsentierten eine ganz neue Liebesgeschichte auf dem Drahtseil. Auf einem nur einige Zentimeter dicken Drahtseil balancierten sie wie Profis, hüpften über Hindernisse, stiegen durch Reifen oder saßen dabei auf den Schultern des anderen. „Kaum zu glauben, was sie in wenigen Tagen gelernt haben“, stellte eine staunende Großmutter fest.

Und auch wie man Bälle tanzen, Tücher fliegen und Teller schweben lässt, lernten die Kinder im Zirkus Proscho, wie die Jonglage-Gruppe bewies. Doch bei einem echten Zirkus dürfen natürlich auch die Tiere nicht fehlen. Große Augen machte das Publikum, als zum krönenden Abschluss weiße Tauben auf die Bühne geholt wurden.

Wie im Märchen ließen Aschenputtel und ihre sechs Prinzen die Tauben auf Leitern, Hula-Hoop-Reifen, einer Wippe oder einem Mini-Riesenrad balancieren. Zum großen Finale ging es schließlich noch einmal für alle Akteure auf die Bühne. Zugabe-Rufe und tobender Applaus bewiesen: Der Mitmach-Zirkus in Oestereiden war ein voller Erfolg.