Kleine Artisten schnuppern Zirkusluft

Der Circus Proscho ist zu Gast in der Luziaschule Oestereiden und übt mit den Kinder ein zweieinhalbstündiges Programm ein.
Der Circus Proscho ist zu Gast in der Luziaschule Oestereiden und übt mit den Kinder ein zweieinhalbstündiges Programm ein.
Foto: Manfred Böckmann
Was wir bereits wissen
Zirkus zum selber machen - das lernen die Jungen und Mädchen der Luziaschule Oestereiden in dieser Woche. Und mehr noch: Sie zeigen auch das gelernte.

Oestereiden..  Lernen soll Freude bereiten – das sagt schon das Motto der Luzia-Schule. Zirkus bereitet Freude. Und in dieser Woche wird in Oestereiden beides kombiniert: Mit dem „Projektcircus Proscho“ ist es zunächst einmal vorbei mit Still sitzen und den Lehrern zuhören.

Denn die rund 90 Jungen und Mädchen der Grundschule lernen seit Montag ein komplettes Programm – zweieinhalb Stunden (einschließlich Pause) wollen sie am Samstag in den beiden Aufführungen um 11 und um 15 Uhr überzeugen. Und das geht nun mal nicht mit Theorie, sondern ausschließlich mit Praxis.

Das Zirkuszelt – nach der gelungenen Premiere vor vier Jahren ist diesmal sogar das große aufgebaut worden, kündet schon aus der Ferne von dem Projekt. In acht Gruppen, bunt gemischt, können die Kinder ihr Können unter Beweis stellen. Sei es als Clown oder Akrobat, auf dem Drahtseil oder mit Hulla-Hoop-Reifen, bei der Jonglage oder auf dem Trapez, beim Balancieren mit Weingläsern oder Kunststückchen mit – lebende Tiere dürfen natürlich nicht fehlen – Tauben.

Üben, üben, üben – „die Artisten sind da teilweise knallhart“, hat Rektorin Sabine Rieber festgestellt. Als Lehrer würde man vielleicht nach dem dritten erfolglosen Versuch das Kind zurücknehmen. Beim Projektzirkus nicht. Und: „Ich habe erlebt, dass Kinder wachsen“.

Daheim üben mit Glas oder Reifen

Das bestätigt auch Artistin Manuela Maatz, die mit den Kindern übt. Oft wird der Ehrgeiz geweckt, „und man merkt auch, dass einige Kinder zuhause üben“. Ein Hulla-Hoop-Reifen ist schnell besorgt. Ob aber auch mit dem heimischen Kristallglas auf der Stirn geübt werden sollte?

Die Zirkuswelt ist scheinbar nicht mehr automatisch eine Welt der Kinder – nicht alle Schüler haben bereits live eine Aufführung in einer Manege erlebt. Also zeigten die Artisten zum Start am Montag erst einmal einige Nummern aus dem eigenen Programm – im Winter ist man als „Weihnachtszirkus“ unterwegs. „Das motiviert“, weiß Maatz.

Jeweils die Hälfte der Schüler ist im Zirkusrund, der Pausen- oder Turnhalle mit den Artisten am Üben. Der Rest arbeitet derweil in den Klassen, wo man sich „ohne Stress“ mit dem Thema der Woche beschäftigt, liest, malt, bastelt oder im Internet rund um den Zirkus recherchiert. Mit der großen Pause wird gewechselt – und um 12.05 Uhr ist für alle Unterrichtsschluss.

Generalprobe Freitag

Nach drei Tage üben (bis heute) findet am Freitag die Generalprobe im Zelt statt. Und am Samstag beginnen um 11 und um 15 Uhr zwei Aufführungen, die offen für alle Interessierten sind– auch wenn sie keine Eltern von aktuellen Schülern sind. Die Kinder werden eine Stunde vorher geschminkt. Der Zugang erfolgt dann auch nicht über den Schulhof, sondern über die Luziastraße.

Da die Kosten für die Zirkuswoche vom Förderverein, aber hauptsächlich durch Sponsoren aufgebracht wurden, sind die Eintrittspreise mit fünf Euro (ermäßigt drei) moderat – und das Geld bleibt komplett beim Förderverein, der damit die nächsten Projekte anschieben kann. Am Platz im Zirkusrund soll es nicht scheitern. Da bis Samstag auch noch die Tribüne aufgebaut wird, passen dann 350 bis 400 Zuschauer in die Manege. Wobei natürlich auch die kleinen Zirkus-Stars bei den Aufführungen einen eigenen Bereich haben werden.

Also: „Hereinspaziert, Manege frei!“ Und die Kinder der Norddörfer als Artisten erleben.