Kirchturmdenken ist teilweise legitim

Wenn man mich fragt, dann ist es ganz klar: Ich bin Sichtigvorerin. Seit 30 Jahren lebe ich hier und es ist meine Heimat geworden. Dass sich dieses Gefühl noch verstärkt hat, seitdem ich Ortsvorsteherin in Sichtigvor bin, ist logisch.


Aus meiner Sicht sollte die Stadt das Mäntelchen sein, das sich um alle Ortschaften legen sollte. Warstein als Ganzes hat die Aufgabe, die Ortsteile zu erhalten und zu stärken. Dass das nicht einfacher, sondern schwieriger geworden ist, kann jeder an den finanziellen Spielräumen sehen, die wir haben. Da muss jeder Ort natürlich auch für sich wirtschaften. Von daher ist das so genannte „Kirchturmdenken“ durchaus nicht nur negativ zu sehen, sondern meiner Meinung nach in einem gewissen Maße auch legitim. Das Individuelle der einzelnen Ortschaften darf nicht verloren gehen. Dafür haben wir auch einfach alle unterschiedliche Merkmale, die jeden Ort für sich spannend machen.


Gleichzeitig müssen wir schauen, was finanziell möglich ist. Das geht nur mit einem realistischen Blick auf die Zahlen, wenn es zum Beispiel um Schulen oder Sportplätze geht. Das kann bitter werden, aber das sind Realitäten, die wir alle erkennen müssen.


Die Orte können mit gutem Beispiel vorangehen und zusammenarbeiten. Vor allem muss ich mich als Bürger engagieren und meine Umwelt gestalten. Dann können wir viel bewirken – zum Wohle aller.