Kirche und Kirchen ganz anders erleben

Kirche anders erleben: 2009 fand zum ersten Mal die Nacht der offenen Kirchen in Rüthen statt.
Kirche anders erleben: 2009 fand zum ersten Mal die Nacht der offenen Kirchen in Rüthen statt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es wird eine ganz zauberhafte Nacht, die die Kirchen in besonderem Licht erstraheln lässt: Zum zweiten Mal nach 2009 findet die Nacht der offenen Kirchen in Rüthen statt.

Rüthen..  Als „besonderes Angebot an die Menschen, den Weg zur Kirche zu finden“, beschreibt Gemeindereferentin Christa Mertens die Nacht der offenen Kirchen. Zum zweiten Mal nach 2009 findet sie statt. Am Samstag, 14. März, offenbaren die Kirchen in ganz besonderer Atmosphäre den Zauber, der ihnen ohnehin innewohnt, oder für den die Mitwirkenden speziell sorgen.

Alle, aber auch wirklich alle 19 Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet sind für dieses besondere Erlebnis geöffnet, auch die evangelische Apostelkirche in Kallenhardt und das Gemeindehaus am Schlangenpfad als Ersatz für die vor kurzem verkaufte Apostelkirche.

„Nach den positiven Erfahrungen mit der ersten Nacht der offenen Kirchen haben wir im Pastoralverbundsrat gesagt, das wollen wir wiederholen“, berichtet Pfarrer Bernd Götze. Mit im Boot ist das Seelsorgeteam, vor allem aber über 100 ehrenamtlich Mitwirkende. Sie kommen aus Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen, Liturgiekreisen, gehören der Musikgruppe Cantamus an oder sind einfach Frauen aus dem Ort, wie in Hemmern. Auf besonders originelle Art hat Maria Oesterhoff in Meiste ihr Team zusammengestellt. „Sie hat einfach Leute auf der Straße angesprochen und so eine bunte Mischung gefunden“, freut sich Gemeindereferentin Hildegard Langer.

In jeder Kirche und Kapelle gibt es in dieser Nacht, die um 20 Uhr beginnt und um 24 Uhr noch nicht endet, ein besonderes Angebot. Nur die kleinste Kapelle, die in Weickede, hat „einfach nur so“ geöffnet. Das Thema ist nicht überall ein anderes, die Herangehensweise schon. So spielen in Langenstraße wie in Drewer Engel die Hauptrolle. Während die „Begleiter im Leben“ in St. Johannes Baptist an Altären und im Gewölbe ohnehin in großer Zahl vertreten sind, werden sie in St. Hubertus an die Decke projiziert. Liegestühle laden zum Betrachten der „Lichtgestalten“ ein. Höher hinaus geht es nur in Altenrüthen: Dort wird der Turm bestiegen.

Frauenpower wird in Oestereiden in den Mittelpunkt gerückt, wenn dort heilige Frauen betrachtet werden. Um Männer dagegen, sieben an der Zahl, geht es bei den Menzeler Aposteln und ihrem Weg durch die Kirche. Kreativ geht es beim Basteln von Osterkerzen in der Kapelle in Kellinghausen zu, mehr meditativ in Meiste. Dort werden mit besagter bunter Truppe die Perlen des Glaubens entdeckt – und ganz real zu einem Armband zusammengefügt. Liturgischer Tanz steht unter dem Motto „Frieden in Bewegung“ in Kneblinghausen an. Mehr die Musik wird dagegen in Kallenhardt in den Mittelpunkt gerückt mit Texten und Liedern zum Zuhören und Mitsingen, welche verdeutlichen wie wunderbar diese Welt doch ist.

Liebesbriefe und Streitgespräch

Kontrapunkte setzen die beiden Beiträge in den evangelischen Einrichtungen: Während in der Erlöserkirche unter dem „Titel Martin Luther und seine Käthe“ deren Liebesbriefe eine zentrale Rolle spielen, geht es im Gemeindehaus weniger harmonisch zu. „Ein unbequemer Apostel – Paulus und die Frauen“ lautet der Titel des dortigen Streitgesprächs. Für Authentizität garantieren Bernd Vorderwisch und Maria Steinwachs.

„Es wird viel mit Kerzen gearbeitet, das spricht schon von der Optik auch Menschen an, die einfach nur neugierig sind“, glaubt Christa Mertens. „Vom Licht geleitet“ könnte die griffige Formel lauten. Zusätzlich setzt Pfarrer Götze auf die Innenwirkung: „Es ist wichtig, dass die Gemeinden neue Formen finden, in spiritueller Art die Gebäude mit Leben zu füllen. Dazu wollen wir ermutigen, denn das hängt nicht von den Amtsträgern ab.“ Dass sich überall und sofort Menschen fanden, welche die Nacht der offenen Kirchen gestalten, ist für Christa Mertens „Beweis dafür, dass es funktioniert“. Nun hoffen alle Beteiligten, dass möglichst viele Besucher die Einladung annehmen, die Kirchen außerhalb von Gottesdienstzeiten und anders zu erleben.