Keine BG-Unterstützung für Gödde

Wer zieht im Herbst in das Warsteiner Rathaus ein?
Wer zieht im Herbst in das Warsteiner Rathaus ein?
Foto: WP
In siebeneinhalb Monaten dürfen die Warsteiner Bürger ein weiteres Mal zur Wahlurne schreiten: Am 13. September entscheidet sich, wer die nächsten fünf Jahre der erste Mann oder die erste Frau im Rathaus sein wird.

Warstein.. Und auch wenn die Fraktionen im Warsteiner Stadtrat derzeit eine bisher nie gekannte Einigkeit demonstrieren (wir berichteten), wird es doch unbestritten ein Wahlkampf, der Warstein in den nächsten Monaten beschäftigen wird. Dieser wird am heutigen Donnerstag Fahrt aufnehmen, wenn Bürgermeister Manfred Gödde erklären wird, ob er noch einmal kandidieren wird oder nicht.

Klar ist schon jetzt: Stellt sich Gödde zur Wahl, dann tut er dies ohne die Unterstützung seiner Partei. Dass er mit dieser nicht wird rechnen können, sollte er noch einmal antreten, fasst die BG-Vorsitzende Elisabeth Wiese in deutliche Worte: „Er kann gerne Bürgermeister werden, aber nicht mit unserer Unterstützung.“ Die BG werde sich auch nach der Erklärung von Manfred Gödde „alle Optionen offenhalten“. „Wir legen uns noch nicht fest, wen wir unterstützen“, so Wiese auf Nachfrage der WESTFALENPOST, „es kann ja noch viel passieren; wer weiß, wer da vielleicht noch auftaucht.“ Auch einen eigenen BG-Kandidaten schließt sie nicht aus.

Die Findungskommissionen der großen Parteien schauen ebenfalls gespannt auf die Entscheidung des Amtsinhabers. Ein denkbares Szenario, sollte Gödde noch einmal antreten: Die Parteien einigen sich auf einen gemeinsamen Gegen-Kandidaten. „Es wäre dann durchaus sinnvoll, dass man sich auf einen einigt“, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Schneider.

Sowohl CDU als auch SPD haben in ihren Findungskommissionen mittlerweile Kandidaten gefunden. Welche Partei dann im Falle einer gemeinsamen Lösung den jeweils anderen unterstützt – dazu sagt SPD-Mann Flaig: „Wer auf seinen Kandidaten verzichtet, das müssen wir schauen. Aber es besteht Einigkeit in den Entscheidungsgremien, dass es Sinn macht, in diesem Falle einen gemeinsamen Kandidaten gegen Manfred Gödde aufzustellen.“

Gesamtstadt im Blick

SPD-Vorsitzender Holger Deimer hatte bereits Anfang des Jahres gegenüber der WESTFALENPOST erklärt, dass er es bevorzugen würde, wenn seine Partei einen eigenen Kandidaten aufstellen würde. „Für die Stadt Warstein ist aber sicher auch ein parteiübergreifender Bewerber nicht uninteressant“, sagte er damals aber auch.

Entscheidend ist aus Sicht des CDU-Vorsitzenden Schneider, dass „wir einen Kandidaten haben, der im gesamten Stadtgebiet wählbar ist.“ Dass der künftige Bürgermeister aus Warstein oder dem engsten Umfeld stammen müsse, darin sind sich die beiden großen Parteien einig. Außerdem müsse der Kandidat die Verwaltung „vernünftig führen und leiten“, zugleich aber auch auf Menschen zugehen können, betonte SPD-Chef Deimer Anfang Januar, „man muss auch mal einen Kaffee mit ihm trinken können – oder ein Bier.“

Sollte der Amtsinhaber nicht erneut kandidieren, dann werden SPD und CDU ihren jeweiligen Kandidaten antreten lassen. „Dann hat die Demokratie eine echte Chance“, meint Gerd Flaig.

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