Kein Russisch Roulette mehr

Steinabbau..  Liebes Steinbruchunternehmen Westkalk, am Dienstag erschien mal wieder ein Artikel, wohl nicht geschrieben von Redakteuren der Warsteiner Zeitungen, sondern von dem in Ihrem Auftrag arbeitenden Medienunternehmen. So richtige Fehler habe ich nicht gefunden. Und es ist Ihr gutes Recht, in dieser Weise Image-Werbung zu betreiben. Trotzdem ist der Artikel peinlich.


Bisher dachte ich, am 14. Januar findet im Rahmen des Regionale-Projekts eine Veranstaltung der Stadt Warstein statt: Die Eröffnung einer Aussichtsplattform. Ich dachte bisher, die Gestaltung dieser Plattform ist erdacht von kreativen Köpfen der Stadtverwaltung Warstein.


Aber nun stellen Sie alles ins rechte Licht: Finanzielle Förderung u.a. durch Ihre Firma, Sie haben die notwendigen Steine geliefert, Herr Dolch ist „Betreuer des Bauprojekts“, und vor allem: endlich erfahren wir, dass der Steinabbau im Grunde ein sozusagen grünes Umweltprojekt darstellt, weil doch Steinbrüche „Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten“ sind.


Ich höre zwischen den Zeilen Ihre Dauer-Klage: Keiner will mit uns sprechen, keiner hört uns richtig zu – und das, wo doch kaum jemand weiß, „was genau in einem Steinbruch passiert“. Und ja, Sie werden immer wieder Gäste haben, die dabei sein wollen, wenn gesprengt wird. Und das kann dann auch öffentlichkeitswirksam per Foto dokumentiert werden.


Ich vergesse leider Vieles, was in der Kontroverse um dem Steinabbau gesagt wird. Ich werde aber wohl nie vergessen, dass ein Geologe der Arnsberger Bezirksregierung vor einigen Jahren gesagt hat: Jede Steinbruchsprengung in unserem Trinkwasser-Gebiet ist Russisches Roulette. Und so müssen Sie auch gegen die Genehmigung der Wasserentnahme an der Hillenbergquelle vorgehen, weil Sie im Eventualfall nicht haften wollen. Sie wissen, dass Sie Russisch Roulette spielen, und wir, die Bevölkerung, gewöhnen uns daran und vergessen das auch immer wieder. Und da passt es gut, dass Sie Image-Werbung betreiben und jammern, dass Sie eigentlich Opfer sind von Menschen, die nur nicht richtig Bescheid wissen.


Es ist unrealistisch, ich weiß, aber Sie gehören eigentlich enteignet. Und in einem Unternehmen, das in öffentlichem Besitz ist, sollten Sie dann alle ordentlich bezahlte Angestellte sein. Unternehmensziel: Re-Kultivierung. Arbeitsplätze auf Jahre hinaus. Kein Russisch Roulette mehr.


Volkert Bahrenberg, Warstein