Karl-Heinz Ricken will mehr als 51 Prozent holen

Bürgermeisterwahl in Warstein; SPD-Kandidat Karl-Heinz Ricken
Bürgermeisterwahl in Warstein; SPD-Kandidat Karl-Heinz Ricken
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Er ist der "Kandidat von auswärts", der "Nicht-Warsteiner": Genau darin sieht Karl-Heinz Ricken jedoch einen Vorteil, um das Rennen aufs Rathaus für sich zu entscheiden.

Warstein.. Der Mann ist Marathon-Läufer. „Wenn ich antrete, will ich auch gewinnen oder zumindest ankommen.“ Karl-Heinz Ricken hat keine Scheu, sein Ziel für die Bürgermeisterwahl am 13. September zu formulieren: „Ich weiß, dass ich 51 Prozent holen muss. Aber es können auch mehr werden.“ Am Donnerstag stellte der SPD-Bürgermeisterkandidat seine Themen für den Wahlkampf vor.

Dass dabei das Trinkwasser, die Steinindustrie und die Ortsumgehung ganz oben auf der Agenda stehen, das war bereits bei der Nominierung Rickens vor gut einer Woche deutlich geworden. „Einen Tiefenabbau wird es mit mir nicht geben“, formulierte der 56-Jährige seine Position gegenüber der Steinindustrie – die er jedoch am liebsten auf dem Verhandlungswege und nicht vor Gericht durchsetzen würde. „Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass Gespräche immer besser als gerichtliche Auseinandersetzungen sind.“

Vorsicht beim Thema B 55n

Beim Thema Ortsumgehung zeigt sich Ricken vorsichtig, spricht von einem Zeitraum „in den nächsten Jahren“, in denen die B 55n realisiert werden könnte. „Die Attraktivität des Ortsteils Warstein hängt davon ab, wie diese Umgehung umgesetzt wird.“ Doch er sagt auch: „Das kann fünf, zehn Jahre dauern. Aber Garantien kann keiner abgeben.“

Abseits der Warsteiner Themen, die auf der Hand liegen, hat der parteilose Kandidat der Genossen ein weiteres Thema im Fokus: „Wir müssen dringend den hohen Wohnwert von Warstein mehr in den Vordergrund stellen.“ Mehr junge Familien ansiedeln, Bürger im Ort halten und aktiv in die Geschehnisse der Stadt anbinden – Ricken scheint hier großes Potenzial für Warstein zu sehen: „Man kann dem Bevölkerungsrückgang in Warstein nur begegnen, wenn man breitflächig arbeitet. Wir müssen Bauland für junge Familien ausweisen und sie damit anlocken, dass in Warstein gewissermaßen ,heile Welt’ herrscht.“

Eine niedrige Kriminalitätsrate, eine gute Kinderbetreuung, dazu alle Schulformen vor Ort – damit müsse Warstein wuchern, meint Ricken. „Das bedeutet eine ganz enge Verzahnung mit dem Stadtmarketing.“ Generell habe er den Eindruck, dass sich Warstein selbst schlechter wahrnehme und darstelle, als es tatsächlich sei. „Dieses Bild hat man von außen aber keinesfalls. Deswegen bin ich so optimistisch, dass man daran arbeiten kann.“

Mit dem gleichen Optimismus begegnet Karl-Heinz Ricken auch dem Vorwurf, dass er als Bad Sassendorfer, als „Nicht-Warsteiner“, wohl kaum die Nähe zu der Stadt aufbauen könne, die als Bürgermeister nötig sei. „Ich sehe darin eher einen Vorteil: Ich gehe unvoreingenommen an die Themen der Stadt, bin nicht an einen bestimmten Ortsteil gebunden, durch den ich zu Loyalitäten verpflichtet wäre.“

Dennoch wolle er ab sofort in Warstein präsent sein, an Ratssitzungen teilnehmen und die Öffentlichkeit suchen. „Ich werde keinesfalls immer als der Bürgermeister-Kandidat auftreten, sondern teilweise auch einfach da sein, um zuzuhören, mich zu informieren.“ Gute Vorbereitung ist eben alles, beim Marathonlauf ebenso wie im Wahlkampf.