Kapelle und Konzept gefallen
07.02.2012 | 17:46 Uhr 2012-02-07T17:46:00+0100
Rüthen.(AO) Auf durchweg positive Resonanz stößt bei Verwaltung und Politik das Vorhaben eines Kapellenbaus am Diözesanzentrum der Pfadfinder. „Hut ab für die Entscheidung, eine Kapelle zu bauen, wo doch landauf, landab Kirchen geschlossen werden – und das dann noch in Rüthen“, äußerte Friedhelm Thomas (CDU) im Bauausschuss Respekt. In einer zusätzlichen Sitzung – normalerweise tagt das Gremium nur zwei Mal im Jahr – stand auch der Kapellenbau auf der Tagesordnung. Einstimmig erteilten die Mitglieder das gemeindliche Einvernehmen.
Davon, was da neben dem Hochseilgarten am Pfadfinderzentrum entstehen soll, überzeugten sich die Politiker so zu sagen am Objekt. Denn Architekt Carsten Scherhans und Ulrich Weber, Geschäftsführer der Schulungs- und Erholungsstätte Paderborn, hatten neben Bildern davon, wie die Kapelle aussehen soll, auch ein Modell mitgebracht.
Der Eindruck, das Gebäude sei zusammengewürfelt, sei ganz richtig, meinte Scherhans. Das betreffe nicht nur die äußere Form aus drei Kuben, sondern auch das Leben, mit dem sie erfüllt werden solle. „Die Kapelle wird vielen Anforderungen gerecht.“
Geplant ist zum einen der klassische Andachtsraum mit dem Altar, ein größerer Versammlungsraum, der sich mit großen Fenstern auch nach außen öffnet, und ein Eingangsbereich, der die übrigen beiden Räume erschließt (wir berichteten). „Wir wollten nicht die klassische Form einer Kapelle, sondern per Definition handelt es sich um eine neue Form von Kirche“, betonte Weber. So biete der Versammlungsraum die Möglichkeit, die Menschen, die sich dort aufhalten, zum gottesdienstlichen Geschehen im Andachtsraum hinzuführen. Außerdem solle die „Kapelle am Weg, Kapelle am Wald“ jedermann zugänglich sein, weshalb sie auch nicht auf dem abgegrenzten Teil des Diözesanzentrums errichtet werde.
Der Versammlungsraum soll für Treffen vielfältiger Art dienen, auch als Unterschlupf für Gäste des Zeltplatzes bei schlechtem Wetter. „Aber er ist kein Partyraum“, machte Weber deutlich. Ein Kaffeetrinken der kfd nach einer Andacht sei aber möglich, sprach er schon konkret Nutzer außerhalb der Pfadfinderschaft an.
Errichtet wird das gesamte Gebäude in Holzrahmenbauweise und auch bei der Verkleidung bleibt Holz der bestimmende Baustoff, wie der Architekt erläuterte. Wo möglich soll Eigenleistung erbracht werden. So schweben Weber Bauwochenenden vor, die unter den 7500 Pfadfindern im Erzbistum ausgeschrieben werden könnten. Gute Erfahrungen mit solchen Aktionen habe man etwa bei den Anpflanzungen für die Ersatzfläche gemacht. Gebaut werde die Kapelle spätestens nächstes Jahr. Dabei räumt er heimischen Handwerkern gute Chancen ein, berücksichtigt zu werden. Die Erweiterung des Diözesanzentrums sei ausschließlich mit ihnen erfolgt.
„Die Aufteilung gefällt, das Konzept hört sich gut und schlüssig an“, sprach Anne Meyer-Heidel (FDP) ihren Ausschusskollegen aus dem Herzen.
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