Kampf gegen Steinindustrie steht ganz oben auf Kandidat Jochen Kösters Agenda

Warstein..  Die zentrale Frage hat er sich mehrfach gestellt. Immer wieder. Hat abgewogen, Chancen eingeschätzt und Freunde befragt: „Kann ich das wirklich? Kann ich, Jochen Köster, Bürgermeister von Warstein werden? Bin ich der Richtige?“

Am Ende dieses intensiven (Selbst)Findungsprozesses stand ein klares Ja! Ein Ja, das mit der anschließenden Kandidatur und der am Mittwoch erfolgten Nominierung auch offiziell untermauert worden ist: Jochen Köster (55 Jahre) wird für die Bürgergemeinschaft (BG) als Kandidat in den Kampf um den Chefsessel ins Rathaus ziehen (unsere Zeitung berichtete). „Irgendwie kam innerliche Freude auf die Chance zur Zusammenarbeit mit einem Team, bestehend aus Politik und Verwaltung, auf“, beschrieb Köster den finalen Entscheidungsprozess. Elisabeth Wiese, Vorsitzende der BG, hatte zuvor von „schwierigen Monaten mit vielen Gesprächen“, berichtet.

Nerven gekostet

Seit 1999 ist für die BG stets ein eigener Kandidat ums Bürgermeisteramt ins Rennen gegangen. Mit Manfred Gödde hat man seit elf Jahren die Nummer eins im Rathaus gestellt. Aber so schwer wie vor der bevorstehenden Wahl war die Kandidatenkür noch nie. Wiese: „Das hat Nerven gekostet, und zwar reichlich.“ Mit ihrem Fraktionschef Köster hofft die drittstärkste Kraft im Rat nun darauf, einen Bewerber zu haben, der vor allem gegen Thomas Schöne (CDU) und Karl-Heinz Ricken (SPD) eine echte Chance hat.

In seiner kurzen Antrittsrede hat Ur-Warsteiner Köster („Meine ganze Familie ist aus Warstein“) schon einmal angedeutet, wo er seine Schwerpunkte in den kommenden Monaten und damit auch in bürgermeisterlicher Verantwortung setzen will. Dass dabei der Kampf „gegen das Krebsgeschwür Steinindustrie“ ganz oben auf der Agenda steht, kommt nicht sonderlich überraschend. Auch nicht, dass die Sicherung des Trinkwassers für ihn oberste Priorität hat.

Kein Kirchturmdenken

Kirchturm- und Parteidenken seien ihm fremd, sagt Köster und betont, dass es ihm immer „um ganz Warstein“ gehe und jeder der neun Ortsteile gleich wichtig sei. Tourismuskonzept, Innenstadtgestaltung, Windenergie -- das sind weitere Themen, denen der IT-Kaufmann sich unter dem Motto „Mut zur Zukunft“ widmen will.

Wichtig ist ihm dabei vor allem: „Warstein muss lebens-, liebenswert und bezahlbar bleiben.“ Und: „Es geht nur gemeinsam“.