Kälte-Schock im Supermarkt-Lager genießen

Der wohl kälteste Arbeitsplatz Warsteins: Die Kühlkammer des Edeka-Marktes von Olav Dumke in Suttrop.
Der wohl kälteste Arbeitsplatz Warsteins: Die Kühlkammer des Edeka-Marktes von Olav Dumke in Suttrop.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Zwischen dem heißesten und dem kältesten Arbeitsplatz in Warstein liegen dieser Tage fast 50 Grad Unterschied. Die Ergebnisse einer Spurensuche.

Warstein..  Bei einer Außentemperatur von fast 35°C lässt sich das Schwitzen am Arbeitsplatz kaum vermeiden. Und doch gibt es innerhalb Warsteins gravierende Unterschiede. Wo liegt der kälteste und wo der heißeste Arbeitsplatz im Stadtgebiet? Die WP begibt sich auf Spurensuche.

25°C Bei fast noch angenehmen Temperaturen beginnt die Suche nach Rekorden in der WP-Redaktion, die damit höchstens im Mittelfeld liegt. Mit dabei ist ein neu gekauftes Thermometer aus einem Ladenlokal in der Warsteiner Innenstadt, in dem es mit 21°C noch etwas kühler war.

8°C Die Temperatur in der Bilsteinhöhle bleibt das gesamte Jahr über konstant niedrig. „Wir weisen unsere Besucher deutlich darauf hin, unbedingt eine Jacke mitzubringen“, betont Höhlenführer Stefan Enste. Zu seiner Überraschung waren auch gestern vereinzelt Führungen gebucht. „Heiße Tage sind bei uns keine starken Tage“, sagt er. An den Temperaturschock beim Betreten und Verlassen der Höhle könne man sich nicht gewöhnen, weiß Enste: „Das ist schon jedes Mal atemberaubend, wenn man wieder rausgeht.“

34°C Relativ warm ist es im Sudhaus der Warsteiner Brauerei bereits an normalen Tagen. Bei großer Hitze steigen die Temperaturen dann zwangsläufig noch einmal. Etwas kühler ist es mit 26°C in der hauseigenen Reinigung, eine wirkliche Abkühlung bietet aber nur der Lagerkeller mit -1°C.

-21°C Noch kälter ist es wohl nur in der Kühlkammer des Edeka-Marktes in Suttrop. An heißen Tagen muss Geschäftsführer Olav Dumke die Kühltruhen im Supermarkt besonders häufig auffüllen. „Wir können immer nur Kleinstmengen nachfüllen, um die Kühlkette so gut wie möglich einzuhalten“, erklärt er. 10 bis 14 Mal am Tag betritt er die Kühlkammer, nach Möglichkeit immer nur für ein paar Sekunden. „Ich weiß genau, wo was steht“, hat er sich vorbereitet – und trotzdem eine leicht belegte Stimme. „Wenn man verschwitzt in die Kühlkammer geht, kann man eine Erkältung kaum vermeiden.“

37°C „So heiß hab’ ich’s hier noch nicht erlebt“, sagt Inge Nowka, die seit mehr als zehn Jahren in der Imbissbude der Fleischerei Nölke in Sichtigvor arbeitet, ganz ohne Stöhnen. Sie hat alle Vorkehrungen getroffen, damit die Hitze erträglich wird. „In der Ecke steht ein Ventilator und ich trinke viel“, erzählt sie, „mehr kann man nicht machen.“ Und auch die Kundschaft trotzt den hohen Temperaturen. „Es kommen viele Leute vorbei, aber sie essen weniger“, hat Nowka beobachtet, die sich dieser Tage vom Grill möglichst weit entfernt. „Rund herum kann man im Moment gar nichts mehr anfassen.“