Junge Botschafter der Freundschaft aus Pietrapaola

Deutsch-italienische Freundschaft: Vier Studenten aus Pietrapaola sind derzeit in Belecke zu Gast, um Kontakt zu jungen Italienern aus der Badestadt zu knüpfen.
Deutsch-italienische Freundschaft: Vier Studenten aus Pietrapaola sind derzeit in Belecke zu Gast, um Kontakt zu jungen Italienern aus der Badestadt zu knüpfen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vier junge Studenten aus Pietrapaola sind derzeit in Belecke zu Gast. Sie wandeln auf den Spuren ihrer Großväter, haben sich aber auch vorgenommen, zwischenmenschliche Beziehungen zu Gleichaltrigen aus Warstein zu knüpfen.

Belecke..  Das Stimmengewirr am Mittagstisch ist laut und fröhlich. Hier treffen deutsche Gastfreundschaft und italienisches Temperament aufeinander. Zu Gast haben Josef und Birgit Wüllner, Vorsitzende der Warsteiner Europafreunde, nicht nur Vertreter des Freundeskreises Warstein-Pietrapaola, sondern auch vier Studenten aus der italienischen Partnerstadt.

Für diese ist der Besuch in Warstein auch eine Reise in die eigene Vergangenheit, denn die Großväter der vier jungen Männer kamen in den 60er Jahren als Gastarbeiter aus Kalabrien nach Warstein, um hier Arbeit zu finden. Um diesen Aufbruch, die Emotionen der Vorväter nachzuempfinden, aber vor allem, um Kontakte zu jungen Italienern aus der Partnerstadt zu knüpfen, deren Eltern und Großeltern einst in Deutschland blieben, sind Giuseppe und Pierre-Massimo Arcangelo, Domenico Pugliese und Giovanni Gentile nach Warstein gekommen.

Auf den Spuren der Großväter

Bei einer Versammlung der Mitte-Links-Partei habe man die Idee gehabt, mit den Landsleuten, die in Deutschland geblieben sind, zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln und aufrecht zu erhalten, erzählt Giuseppe Arcangelo. Mit Francesco Talarico, Vorsitzender des pietrapaolesischen Partnerschaftsvereins, und Birgit Wüllner, die im Oktober in Kalabrien zu Gast war, besprach man, wie das Vorhaben am besten zu verwirklichen sei. Die WEF-Vorsitzende war begeistert: „Vor allem ist toll, dass das Engagement von den jungen Leuten ausgeht. Dadurch hat die Idee eine ganz andere Dynamik und Motivation – das unterstützen wir natürlich gerne.“ Neben Birgit Wüllner bereitete auch Franco Capalbo den Besuch auf deutscher Seite vor. „Ohne die beiden hätten wir das nicht hingekriegt“, betont Giuseppe Arcangelo.

Viel haben die jungen Besucher bereits von Warstein gesehen und auch viel Gastfreundschaft erfahren. Wie zu Hause fühlten sie sich, als sie am Montagabend in der Pizzeria 2000 empfangen wurden. „Uns kommt es gar nicht so vor, als wären wir in einem fremden Land. Es ist, als sei man gar nicht aus Italien fort“, betont Arcangelo.

Am Dienstag lernten sie dann zusammen mit Josef Wüllner und Cosimo Bellanova die Warsteiner Ortsteile näher kennen – mit einem Zwischen-Stopp in Hirschberg, wo es „typisch deutsches Essen“, so Wüllner gab: Currywurst.

Firmenbesuche bei Siepmann und Spenner, den Firmen, wo einst die Großväter arbeiteten, und ein Treffen mit gleichaltrigen Deutsch-Italienern stehen ebenfalls auf der Agenda.

Warum der Besuch für die vier Studenten so wichtig ist? „Es geht um einen kulturellen Austausch“, erklärt Graziella Castiglione-Markovic vom Freundeskreis. Poetisch drückt es Giuseppe Arcangelo aus: „Wir wollen wie ein Brunnen sein für die zwischenmenschlichen Beziehungen, damit der Kulturaustausch nicht einschlafen möge. Viele ältere Leute haben diese Beziehungen schon. Jetzt wollen wir dies auf die jüngeren Leute übertragen.“