Jugendliche suchen das Beratungsgespräch

Beratung in allen Erziehungsfragen: Leiter Christian Welzel (r.) und Claudia Emrich (sitzend) zusammen mit Klemens Spanke (l.), Margret Happe und Heinz-Georg Biermann vom Förderverein.
Beratung in allen Erziehungsfragen: Leiter Christian Welzel (r.) und Claudia Emrich (sitzend) zusammen mit Klemens Spanke (l.), Margret Happe und Heinz-Georg Biermann vom Förderverein.
Foto: Manfred Böckmann / WP
Was wir bereits wissen
388 Fälle registrierte die Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder im vergangenen Jahr. Tipps gibt es bereits nach kurzer Wartezeit.

Warstein/Rüthen..  Wenn ständig Zoff zwischen den Geschwistern herrscht, schulische Probleme drücken oder eine Trennung der Ehepartner bevorsteht oder bereits läuft – bei Fragen und der Problembewältigung hilft seit rund 38 Jahren kostenfrei die Beratungsstelle für Eltern-, Jugendliche und Kinder in Warstein.

388 Beratungsfälle registrierte die Einrichtung an der Hauptstraße 24 im vergangenen Jahr. Davon konnten 295 auch abgeschlossen werden. 261 Neuanmeldungen wurden verzeichnet.

Viele Eltern (aber auch Kinder) können sich an das Team von Leiter Diplom-Psychologe Christian Welzel, Diplom-Psychologin Claudia Emrich, Diplom-Soziologin Christina Karthaus und die Motopädin Anne Geske wenden. Im Sommer kommt als weitere Kraft Diplom-Sozialpädagogin Monika Struwe noch dazu.

Zu 13,2 Prozent kamen Anregungen zum Besuch der Beratung von Ärzten, Kliniken oder dem Gesundheitsamt, weitere 13,2 Prozent von Schulen, 11,9 Prozent durch soziale Dienste, zu 8,1 Prozent von Kindertagesstätten, zu 7,5 Prozent vom Jugendamt und 6,1 Prozent vom Jugendamt. Interessant: Rund elf Prozent der Klienten sind Jugendliche, die aus eigenem Antrieb in die Beratungsstelle kommen.

Unkompliziert zum Gespräch

Die Anmeldung (meist über Verwaltungskraft Maria Oesterhoff) erfolgt unkompliziert, ein Erstgespräch findet innerhalb von 14 Tagen statt, die vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre wird von den Klienten geschätzt. „Dabei unterliegen wir der Schweigepflicht“, betont Leiter Welzel – nur mit Zustimmung der Eltern nimmt die Beratungsstelle bei Bedarf auch Kontakt zur Schule oder dem Jugendamt auf.

Nicht nur klassische Themen

Viele Beratungsanfragen drehen sich um die „klassischen“ Erziehungsthemen wie einnässende Kinder, Angst, Nicht-einschlafen-können oder pubertärer Stress. Zu 33 Prozent sind die Anfragenden von Trennung oder Scheidung betroffen, zu 22,4 Prozent haben die Kinder oder Jugendlichen soziale Probleme, zu 14,6 Prozent Leistungsprobleme. Dass zu 12,9 Prozent die Eltern psychische Erkrankungen haben, erklärt Welzel mit dem Umstand, dass die Beratungsstelle in Warstein mit der LWL-Klinik ist.

Auch in Familienzentren

Beratungen finden übrigens nicht nur an der Hauptstraße statt. Auch in sechs Familienzentren in Warstein, Rüthen und Anröchte besteht monatlich die Möglichkeit, sich kurzfristig bei den Erziehungsexperten Rat zu holen und zu überlegen, ob man das Problem weiter verfolgen soll. Künftig soll auch in den Familienzentren eine Infotafel mit dem Beratungs-Team hängen. Welzel gefällt dieses Angebot in den Einrichtungen besonders: „Die Schwellenangst ist niedriger.“

Träger der Beratungsstelle ist der Caritasverband des Kreises Soest. Der übernimmt die Personalkosten (umgerechnet zweieinhalb Vollzeitstellen), die Miete an der Hauptstraße und die Nebenkosten. Wenn es aber um (zusätzliches) therapeutisches Material geht oder andere Unterstützung kann die Warsteiner Beratungsstelle, deren Klienten zu 62,5 Prozent aus dem Stadtgebiet, zu 20,3 Prozent aus Rüthen und 10,0 Prozent aus Anröchte kommen, auf den bereits 1996 gegründeten Förderverein setzen. „Das ist einzigartig“, so Welzel.

Material nicht billig

Fördervereins-Vorsitzender Heinz-Georg Biermann betont: „Die Materialien sind auch nicht ganz billig“. Daher sei es auch Aufgabe des Fördervereins, die Beratungsstelle in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und um Unterstützung zu werben. Aus diesem Grund öffnet man auch am Spargelsonntag. Jedes Jahr könne der Verein einen Schwerpunkt unterstützen; so wurden jetzt Stellwände gekauft.