Jugendliche für Gräuel der NS-Zeit sensibilisieren

Rüthen..  Jugendliche für die Verbrechen, die in der NS-Zeit verübt wurden, sensibiliseren und schwelender Fremdenfeindlichkeit entgegen wirken möchte der Rüthener „treff“. Leiterin Sabine Schleef und ihr Team planen daher für die Herbstferien Projekttage „Auf den Spuren der Vergangenheit“. Integriert in diese Tage ist eine Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar.

„Wir bieten diese Projekttage auch an, weil wir merken, dass die Jugendlichen, die zu uns kommen, keine Ahnung von den Gräueln der NS-Zeit haben“, erläutert Sabine Schleef. Immer wieder komme es zu unreflektierten, vorurteilsbelasteten Sprüchen. „Das Wort ‘Jude’ wird von manchen als Schimpfwort benutzt. Die Jugendlichen wissen einfach nicht, was Judentum überhaupt ist – und das finden wir sehr bedenklich.“

Da man diesem „durchdringenden Nicht-Wissen“ entgegenwirken wolle, habe man beschlossen, die NS-Vergangenheit zu thematisieren. Da Gedenkstätten-Fahrten 2015 gefördert werden, hat sich der „treff“ beim Kreisjugendamt beworben – und die Bewilligung bekommen. „Das Nicht-Wissen muss aufgearbeitet werden“, betont Sabine Schleef. „Die Jugendlichen reflektieren nicht, was sie tun, wenn sie, um zu provozieren, den Hitlergruß zeigen.“

Jüdische Kinder in Rüthen

Nahe bringen will man den Jugendlichen die Thematik nicht nur während der Weimar-Fahrt, sondern auch im Vorfeld. So findet am Montag, 21. September, eine Führung zum Thema „Juden in Rüthen“ mit Martin Krüper statt. „Wir wollen den Blick auf die Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit richten.“

Am Montag, 5. Oktober, findet eine Gesprächsrunde über die Geschichtskenntnisse aus der Zeit des Dritten Reiches als Vorbereitung auf die Fahrt statt, bevor es dann vom 7. bis 9. Oktober nach Weimar geht. Im Mittelpunkt steht hier eine Führung durch die Gedenkstätte Buchenwald. „Das ist eindrücklich und nachdrücklich – besser, als würden wir den Jugendlichen die Verbrechen der Nazis auf unsere Art erklären“, so Sabine Schleef. „Wenn sie das erleben, hat man die Chance, nachdrücklich etwas zu verändern.“

An den Projekttagen teilnehmen können Jugendliche von 13 bis 21 Jahren. 14 Plätze stehen zur Verfügung. In Weimar gibt es in der Jugendbegegnungsstätte Vollverpflegung. Die Fahrtkosten betragen 25 Euro.