Jochen Köster (BG) will nicht nur Zählkandidat sein

"Ab hier wusste ich: Du kommst nach Hause" - BG-Bürgermeisterkandidat Jochen Köster hat den Ort für das Bild - oben auf der Külbe - aus guten Grund ausgewählt. Doch eine Sorge bewegte den Ur-Warsteiner dann doch: "Sieht man denn Warstein auch wirklich?" Sieht man - wenn auch nur entfernt am Horizont.
"Ab hier wusste ich: Du kommst nach Hause" - BG-Bürgermeisterkandidat Jochen Köster hat den Ort für das Bild - oben auf der Külbe - aus guten Grund ausgewählt. Doch eine Sorge bewegte den Ur-Warsteiner dann doch: "Sieht man denn Warstein auch wirklich?" Sieht man - wenn auch nur entfernt am Horizont.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Als Bürgermeister will BG-Kandidat Jochen Köster mehr Bürgerbeteiligung durchsetzen. Parteien hält er auf kommunaler Ebene für sinnlos.

Warstein..  Der Mann ist gerne zu Hause. Von daher wirkt der Treffpunkt, den der Ur-Warsteiner Jochen Köster für das Gespräch vorschlägt, nur auf den ersten Blick merkwürdig: „Treffen wir uns oben an der Külbe, von da aus hat man so einen schönen Blick auf Warstein.“ Wer jemals da war, weiß: Von hier aus sieht man Belecke und am Horizont Warstein – gewissermaßen sieht man ab hier, wo es weiter geht.

Und genau das ist der Grund für die Ortswahl Kösters: „Wenn ich früher vom Bund nach Hause gekommen bin, habe ich ab hier immer gedacht: Jetzt kommst du nach Hause.“ Heimat und Zuhause spielen eine große Rolle im Leben des Bürgermeister-Kandidaten der BG.

Haushalt als Steckenpferd

Dass er das überhaupt geworden ist, stand lange nicht fest. „Das ist so ein Ding, das hat sich so langsam entwickelt. Ich hatte immer schon Ideen, die ich umsetzen wollte, aber eine Kandidatur war nie Thema für mich.“ Dann wurde Stefan Redder Beigeordneter – ein Mann, dessen Fachwissen Jochen Köster schätzt und auch schon öfter zu Rate gezogen hat. „Der Haushalt ist so ein Steckenpferd von mir, da habe ich öfter mit ihm gesprochen. Ich habe Controlling studiert, von daher würde ich gerne kaufmännisches Denken in der Verwaltung einführen.“

Mehr Demokratie – das ist noch so etwas, was Jochen Köster gerne in Warstein erleben würde. „Wir müssen die Bürger viel mehr beteiligen; konkret etwa mit Rederecht zu ihren Anträgen.“ Politik soll für den Bürger transparent, Diskussionen nachvollziehbar sein. Gerade das Diskutieren liegt Jochen Köster am Herzen: „Wir haben keine wirkliche Streitkultur in Warstein.“

Beste Lösung sollte das Ziel sein

Wenn es nach ihm geht, braucht es dazu noch nicht mal Parteien. „Ich mag Parteien nicht besonders; auf kommunaler Ebene brauchen wir sie eigentlich nicht.“ Letztlich gehe es darum, die beste Lösung für etwas zu finden. „Dann ist es doch auch mal gut, dass man quer redet“, meint Köster und ergänzt: „Ich maße mir nicht an, dass ich die beste Idee habe. Aber ich habe eine Idee und dann muss man gemeinsam gucken, wie man die verbessern kann? Wo spielt da eine Ideologie rein? Für eine Straße oder die Innenstadt brauche ich keine Ideologie.“

Heimatliebe braucht es aber, um sich für die eigene Stadt zu engagieren. Die zieht sich bei Jochen Köster wie ein roter Faden durch den Lebenslauf. 18 000 Seemeilen ist er während seiner Ausbildung bei der Marine zur See gefahren – und war doch nahezu jedes Wochenende zu Hause. „Das musste ich einfach.“ Wieso? Köster überlegt einen Moment: „Warstein ist mein Zuhause. Ich brauche eine gewisse Harmonie um mich. Ich gelte zwar immer als kämpferisch, das bin ich sicherlich auch, denn Harmonie um jeden Preis gibt es mit mir auch nicht. Aber ich brauche meine Familie und Freunde um mich herum.“

Eine Prognose für seine Chancen bei der Wahl will er nicht abgeben, sagt aber: „Ich trete nicht als Zählkandidat an.“ Also doch politischer Ehrgeiz? „Wenn man politischen Ehrgeiz nicht so definiert, dass es darum geht, einen Posten zu haben, sondern darum, etwas zu bewegen – dann ja, dann habe ich politischen Ehrgeiz. Ich bin nicht der, der sagt: ich mache alles besser. Aber ich sage: Ich habe die Ideen, wie wir es zusammen besser machen können.“