Jahres-Schrott

Was machen Sie heute Abend? „Dinner for one“ dürfte mit Sicherheit bei den meisten auf dem Programm stehen. Das ultimative Silvester-Essen aus meiner Sicht: Raclette. Für mich ist das Pfännchen backen untrennbar mit dem Jahreswechsel verbunden – und auch nur damit. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass unser Raclette 364 Tage im Jahr in seinem Karton verbringt.


Doch nicht nur kulinarisch wird es bei mir heute wieder zu einer einmaligen Aktion im Jahr kommen: Seit ein paar Jahren wandern meine Freundin und ich beim Silvesterlauf von Werl nach Soest mit. Gut, wir wagen uns nur an das Familienwandern, feuern dafür aber umso begeisterter die tapferen Läufer an, die Soest erreichen, kurz nachdem wir unseren „Aufwärm-Glühwein“ getrunken haben. Mittlerweile kennt man uns dort schon, denn wenn jemand weiß, wie man laustark anfeuert, dann ja wohl zwei Ex-Volleyballerinnen.


Nach diesem sportlichen Highlight des Tages (eigentlich ja sogar des Jahres) bereite ich mich auf den Abend vor. Im Freundeskreis hat es sich fest etabliert, dass wir uns zum Jahreswechsel gegenseitig mit „Schrottwichtelgeschenken“ beglücken. Das Prinzip: Jeder Gast bringt ein scheußliches Geschenk mit, das er gerne loswerden möchte. In einer großen Würfelrunde wechseln die Geschenke dann die Besitzer.


In der Hoffnung, dass meine alten Schwimmtrainer dies nicht lesen, verrate ich Ihnen mein bisher bestes Schrottwichtelgeschenk: Der schmutzig-goldene Pokal in einer undefinierbaren, pseudo-neoklassizistischen Skulpturenform der Vereinsmeisterschaften im Schwimmen von 1996. Ich fand das Ding schon als Kind potthäßlich. „Gewonnen“ hat ihn ein Freund, der nichts mehr hasst als Schwimmen. Wenn das mal kein Zeichen ist. In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen einen schönen Silvesterabend mit neuen und alten Traditionen!