Italienische Studenten auf den Spuren ihrer Vorväter

Warstein..  Auf dem Flughafen in Weeze ist gestern Abend Besuch aus Pietrapaola angekommen. Auf die Spuren ihrer Großväter wollen sich vier junge Italiener aus Pietrapaola begeben, die von Cosimo Bellanova abgeholt wurden. Untergebracht sind zwei Studenten bei WEF-Vorsitzender Birgit Wüllner, die anderen beiden bei italienischen Familien in Belecke. „Erst wollten doppelt so viele kommen“, erzählt Birgit Wüllner.

Den Wunsch, nach Warstein zu kommen, äußerten die jungen Studenten im vergangenen Oktober in Pietrapaola gegenüber den Vorsitzenden der beiden Partnerschaftsvereine, dem Schreiner Francesco Talarico und Birgit Wüllner von den WEF, während ihres Aufenthalts in der italienischen Partnerstadt. Sie würden gern einmal die Brauerei kennenlernen, deren Braukessel die Piazza Warstein in Pietrapaola schmückt, und auch die Siepmann-Werke besichtigen, in denen eine Reihe ihrer Vorfahren seit den 60er Jahren Arbeit gefunden hatten. Eine Metallplastik auf dem Warsteiner Platz, die vom Schmied Francesco Talarico geschaffen wurde, erinnert anschaulich daran.

Noch Mitarbeiter aus Anfangsjahren

Aber auch in Lippstadt und Erwitte, unter anderem in der Zementindustrie wie dem Werk „Felsenfest“, das heute im Zementwerk Spenner aufgegangen ist, sind zahlreiche Gastarbeiter aus der Region untergekommen. Der pietrapaolesische Bürgermeister Luciano Pugliese berichtete von seinen persönlichen Erlebnissen aus der Zeit, als sein Vater in Lippstadt arbeitete, in seiner Rede im vergangenen August anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft von Warstein und St. Pol. Am Mittwochvormittag werden die Studenten die Firma Spenner besuchen.

Alle drei Betriebe zeigten sich sehr aufgeschlossen und ermöglichen den jungen Männern einen Besuch mit entsprechendem Empfang, zum Teil durch die Geschäftsleitung. „Wir haben heute noch Mitarbeiter aus den Anfangsjahren, die sind schon ganz neugierig auf den Besuch aus der Heimat“, ließ man bei Spenner verlauten.

Und auch bei Siepmann war man sich sicher, dass es keine Übersetzungsschwierigkeiten geben würde. „Das können wir wohl selbst stemmen“, hieß es aus dem Büro der Siepmann-Geschäftsführerin Korinna Schwittay.

„Die Vergangenheit untersuchen, die Gegenwart interpretieren, die Zukunft gestalten“ ist das Motto, unter das die vier jungen Leute ihre Einladung an die in Warstein und Umgebung wohnenden Landsleute gestellt haben. Sie möchten möglichst viele, vor allem junge Nachfahren in ihrem Alter treffen und sich mit ihnen über die Gestaltung möglicher Kontakte unterhalten. „Die Studenten möchten erfahren, was aus den Generationen geworden ist, die nicht wieder zurück nach Pietrapaola gegangen sind“, erläutert Birgit Wüllner. „Man muss sehen, wie viele heute noch in Warstein leben. Die jungen Leute sind ja bereits die dritte Generation und viele haben die Stadt verlassen.“