Innerstädtische Entlastungsstraße auf der Kippe?

Blick auf die Kernstadt Warstein Anfang der 1970er Jahre. Gut zu sehen ist noch das Hochhaus der Brauerei.
Blick auf die Kernstadt Warstein Anfang der 1970er Jahre. Gut zu sehen ist noch das Hochhaus der Brauerei.
Foto: privat
„Ein guter Tag für die Stadt Warstein“ – das sagt Ortsvorsteher Dietmar Lange über den vergangenen Montag. Grund für diese Aussage: Der Rat hat das „Integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt Warstein“ angenommen. Anders bewerten das die Linken; Ratsherr Hans-Otto Spanke störte vor allem eines: Die innerstädtische Entlastungsstraße taucht in dem Konzept nicht auf.

Warstein.. „Heißt das, dass diese Straße nicht mehr realisiert werden kann?“, wollte Spanke von der Verwaltung wissen. Fachbereichsleiterin Sabine Leitner erklärte: „Es stimmt, dass die innerstädtische Entlastungsstraße nicht in dem Konzept vorgesehen ist. Junker und Kruse empfehlen sie nicht.“ Die Rahmenbedingungen für diese Straße hätten sich geändert. Dass nun das Konzept verabschiedet würde, bedeute aber nicht, dass die Straße damit ganz aus den Planungen verschwinde. „Das ist noch nicht alles festgezurrt.“ An dieser Stelle mahnte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Wolfgang Schneider davor, hier falsche Eindrücke entstehen zu lassen: „Es gibt einen Bebauungsplan für die innerstädtische Entlastungsstraße. Es darf jetzt nicht so aussehen, als käme sie im Hintergrund einfach so vom Tisch.“

Straße passt nicht ins Konzept

Doch tatsächlich scheint die einst als Entlastungsstraße innerhalb der Kernstadt geplante Ausweichstrecke nicht wirklich zu dem Konzept von Junker und Kruse zu passen. „Die Streckenführung liefe ja beispielsweise genau dort entlang, wo heute die Feuerwache steht. Das Konzept sieht vor, dass dort die Wäster freigelegt wird, sobald wir einen neuen Standort für die Wache haben. Da passt dann eine Straße nicht wirklich zu“, sagt Bürgermeister Manfred Gödde im Gespräch mit der WP.

Er hatte die Ratssitzung auch dazu genutzt, auf die sich ständig weiter entwickelnde Stadtplanung aufmerksam zu machen: „Es ist nicht so, dass hier 30 Jahre lang nichts passiert ist und wir etwas verschlafen haben.“ Den Abriss des Brauerei-Hochhauses, die Verlegung der Straße nach Hirschberg und die Umgestaltung des Marktbereiches waren drei Beispiele, die er nannte.

Er blickt nun positiv nach vorne, genau wie Ortsvorsteher Dietmar Lange: „Mit der Neugestaltung wesentlicher Teile des Stadtzentrums hoffen wir auf Aufenthaltsqualität und Wohlfühlen, auch wenn die B 55n noch nicht verwirklicht ist.“ Ein alleiniges Abwarten und Ausbremsen innerstädtischer Planungen bis zur Fertigstellung dieser notwendigen Straße verbiete sich, so Lange.