„In Warstein wird kein Grundwasser abgesenkt“

Pumpstation im Steinbruch Lohbusch: Trinkwasser-Initiative befürchtet Sümpfungen.
Pumpstation im Steinbruch Lohbusch: Trinkwasser-Initiative befürchtet Sümpfungen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Trinkwasser-Initiative befürchtet, dass der Grundwasserspiegel sinkt, weil die Steinbruchbetreiber Wasser abpumpen. Doch der Kreis Soest widerspricht.

Warstein..  Seit mehr als 20 Jahren bilden die Schneider-Linien die Grenze: Nur bis zwei Meter oberhalb dieser Linien, die den Stand des Grundwassers angeben, darf im Warsteiner Raum Kalkstein abgebaut werden. Doch die Trinkwasser-Initiative fürchtet, dass bei einer Neubegutachtung die Schneider-Linien absinken würden und die Unternehmen auf diese Weise an neue Abbauflächen kommen können. Der Grund: Immer wieder werde Wasser – auch Grundwasser – aus den Steinbrüchen abgepumpt.

Franz-Josef Mendelin von der Trinkwasser-Initiative will einen solchen Fall im Steinbruch Lohbusch dokumentiert haben, in dem sich bis 2008 ein großer See gebildet hatte. „Daraufhin hat die Firma Brühne eine professionelle, auf einem Ponton schwimmende Pumpenstation gebaut, ein starkes Elektrokabel vom Stammwerk aus verlegt und von dieser Station das Wasser über eine dicke Kunststoffleitung die Bruchwand hoch gepumpt“, schreibt die Initiative. Auch im Jahr 2012 seien noch Pumpen installiert gewesen.

„So ist nicht auszuschließen, dass auch Grund- und Trinkwasser mit abgepumpt wurden und dadurch die Messergebnisse in Richtung tieferer Grundwassergrenzen verändert wurden und werden“, heißt es weiter. „Heute sind die Steinbrüche leer“, beschreibt Mendelin, „das Abpumpen hatte doch bestimmt auch Einfluss auf das Grundwasser.“ Die Wasserschützer befürchten, dass damit auf lange Sicht Trockenabbau in Tiefen möglich wird, in denen vor einigen Jahren noch Grundwasser stand.

Entnahme vom Kreis genehmigt

Dass sowohl Brühne als auch Westkalk das Abpumpen von Wasser genehmigt worden ist, bestätigt Birgit Dalhoff vom Kreis Soest gegenüber der WESTFALENPOST. Im Steinbruch Lohbusch sei zwischen 1992 und 2002 gesümpft worden. „Danach wurden im Rahmen von hydrogeologischen Untersuchungen auch noch einmal Wasser abgepumpt. „Die Anlagen zum Pumpen wurden entfernt“, erklärt Dalhoff.

Auch in der Morgensonne sind Wasserentnahmen zugelassen, seit 2009 etwa die „Entnahme von Grundwasser aus einem Schacht zur Befüllung von Fahrzeugen, die zur Staubminderung Fahrwege befeuchten“. Die Genehmigung ging auf Cemlapis über, doch der Kreis betont: „Eine Sümpfung findet dadurch nicht statt.“ Westkalk entnehme „aus einem Schacht im Steinbruch ,Im Kliev’ Wasser zum Betrieb der Kalksteinwäsche“, was allerdings auch nicht der Grundwasserabsenkung diene.

An verschiedenen Wasseruhren zwischen Altenwarstein und Kallenhardt werde der Grundwasserstand regelmäßig kontrolliert, erklärt Birgit Dalhoff: „Wir ziehen sehr viel mehr Daten heran, als viele Bürger glauben.“ Eine großflächige Grundwasserabsenkung würde dabei bemerkt. „Sollte diese Absenkung nur kleinflächig sein, könnten wir das im Vergleich der verschiedenen Messstationen auch erkennen“, sagt Dalhoff und wird deutlich: „In Warstein wird kein Grundwasser abgesenkt.“