Im ersten Schujahr die eigene Identität entwickelt

Schulzentrum Belecke, Belecke, Luftbild von Warstein, Sauerland
Schulzentrum Belecke, Belecke, Luftbild von Warstein, Sauerland
Foto: www.blossey.eu
An diesem Freitag endet das erste Schuljahr von Warsteins neuer Sekundarschule. Die erste Bilanz von Schulleiter Marcus Schiffer fällt durchweg positiv aus.

Belecke..  Und wer in die Gesichter der Schüler schaut, merkt schnell: Der 20. August 2014 war ein guter Tag. Als die Sekundarschule damals startete, lag ein Marathon hinter dem Schulträger, dem neuen Kollegium und der Politik: Fast zwei Jahre Anlauf brauchte es, bis die Schule tatsächlich Realität wurde. Zeit, die sich gelohnt hat, wie Schulleiter Marcus Schiffer findet. Seine Bilanz des ersten Schuljahres fällt durchweg positiv aus.

„Wir leben hier jeden Tag einen Schulterschluss der Systeme“, benennt Schiffer gleich die erste „Baustelle“, die so mancher befürchtete, wenn Realschule und Hauptschule gemeinsam mit der neuen Sekunnarschule unter einem Dach existierten, „hier gibt es keine Schranken, weder tatsächliche auf dem Schulhof noch gedankliche im Umgang miteinander.“ Dazu trage auch die Unterstützung durch die Stadt bei: „Der Schulträger tut alles, um das Schulzentrum so gut auszustatten, wie es geht.“

Schiffer freut sich, dass „seine“ Schule nach einem Jahr auch in der Bevölkerung angekommen ist. „Wir sind von Anfang an positiv auf die Bürger, auf die Politik zugegangen – und genauso wurden wir auch empfangen. Heute kann man sagen: Wir haben einen festen Platz in der Stadt gefunden, eine Identität geschaffen.“ Zu dieser Identität gehören auch die Eltern. Sie tragen vielfältig zum Schulleben bei, was sich vor allem in den zahlreichen Kooperationen zeigt, die die noch junge Schule binnen kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat (siehe Zweittext). „Das passiert im Gespräch miteinander; da hört man vieles, woraus sich Kontakte ergeben.“

Eltern sind Bestandteil des Teams

Miteinander reden – so simpel es klingt, aber das scheint das Erfolgsrezept der Sekundarschule zu sein. Als die neuen Klassenräume für die ersten Sekundarschüler eingerichtet wurden, monierten so manche Haupt- und Realschüler angesichts der hochmodernen Tafeltechnik und des neuen Mobiliars: „Die Kleinen kriegen alles neu und wir haben das ganze alte Zeug.“

Schiffer und seine Kollegen reagierten, indem sie die Haupt- und Realschüler gezielt in die neuen Räume holten: „Schaut euch um, macht euch ein Bild, nutzt diese Technik.“ Die offenen Türen bauten viele Vorurteile ab. „Heute hat sich das eingespielt“, ist Marcus Schiffer überzeugt. Besonders stolz ist er darauf, dass auch die Eltern erkannt haben, dass die Lehrer ein Team mit den Kindern bilden – und nicht die „bösen Pädagogen“ sind. „Es ist so schön, wenn mir Eltern sagen, dass sie noch nie so viel mit den Lehrern ihrer Kinder geredet haben wie bei uns.“ Dieser Teamgedanke zeigt sich auch beim Mittagessen: In der Mensa – mittlerweile zu 90 Prozent ausgelastet – essen Schüler und Lehrer gemeinsam. „Das war für uns auch erstmal neu.“

Neue Gesichter wird es nach den Ferien nicht nur bei den Schülern geben, wenn die 78 neuen Fünftklässler eintreffen: Auch das Kollegium wächst. Sieben neue Pädagogen kommen hinzu, darunter vier Kollegen, die von der auslaufenden Haupt- und Realschule zur Sekundarschule wechseln.