Im Einsatz für kranke Menschen in Brasilien

Im Stadtbild präsent: Mitglieder der Leprahilfe-Gruppe Rüthen bei der Cafeteria an der Stadtmauer
Im Stadtbild präsent: Mitglieder der Leprahilfe-Gruppe Rüthen bei der Cafeteria an der Stadtmauer
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es ist eine beachtliche Bilanz, die die Leprahilfe-Gruppe Rüthen vorzuweisen hat. Seit 50 Jahren engagiert sie sich für den Dienst am Nächsten. Seit 35 Jahren steht Helga Schulte der Leprahilfe-Gruppe Rüthen vor – und blickt auf arbeitsreiche, aber auch erfüllende Jahre zurück.

Rüthen..  Es ist eine beachtliche Bilanz, die die Leprahilfe-Gruppe Rüthen vorzuweisen hat. Seit 50 Jahren engagiert sie sich für den Dienst am Nächsten, hat gebastelt und gestrickt, Basare organisiert und Waffeln gebacken. Seit 35 Jahren steht Helga Schulte der Leprahilfe-Gruppe Rüthen vor – und blickt auf arbeitsreiche, aber auch erfüllende Jahre zurück, die ihr immer viel Freude bereitet haben.

41 621 Euro, das ist exakt die Summe, die seit 1980 von den engagierten Rüthenern nach Brasilien für Hilfsprojekte überwiesen wurde. Gesammelt wurden diese Spenden bei Basaren, aber auch beim Waffeln backen in Lebensmittelgeschäften, die zwei Mal jährlich durchgeführt werden, beim Weihnachtsmarkt in Rüthen oder bei der Cafeteria, die die Leprahilfe bei den Kunsttagen am Handwerkerdorf anbietet.

1980, das war das Jahr, als Helga Schulte die Leitung der Leprahilfe-Gruppe von Maria Helle-Hölscher (Heimat-Maria) übernahm. Diese hatte die Rüthener Gruppe 1965 gegründet. Bei einem Kirchenbesuch in Körbecke war diese auf einen Aufruf aufmerksam geworden, mit dem Strickdecken gesucht wurden. Noch am gleichen Tag suchte sie Helferinnen zusammen, mit denen sie Decken für Entwicklungsländer strickte. „Sie war sehr aktiv“, betont Helga Schulte. Die Spenden, die damals erwirtschaftet wurden, gingen an Schwestern nach Afrika. Als Helga Schulte von ihrer Vorgängerin angesprochen wurde, machte sie eines sofort klar: „Ich habe gesagt: Basteln kann ich nicht, aber ich verkaufe gerne die Produkte.“

Vor allem auf die Basare blickt Helga Schulte gerne zurück. „Wir haben aus dem Eine-Welt-Lager in Soest Waren geholt und Basare in den Geldinstituten, bei Buchausstellungen und beim Marienmarkt organisiert“, erzählt sie. Eng arbeitete sie dabei mit der Leprahilfe Warstein zusammen, die dort von Maria Biermann gegründet worden war.

Über diese entstand auch der Kontakt zu Hannelore Vieth, die als Entwicklungshelferin nach Brasilien gegangen war, eine Augenklinik in Maranhão aufbauen wollte. „Ein Behandlungsraum ist sogar nach Maria Biermann benannt.“ Seit August 2011 hat Manfred Göbel die Aufgaben von Hannelore Vieth übernommen, auch mit diesem steht Helga Schulte in engem Kontakt.

Mit Herz und Seele dabei

„Das war ja immer das Besondere, dass man immer eine Rückantwort aus Brasilien bekommt und weiß, dass die Hilfe hier ankommt. Ich habe immer gesagt: In einen großen Topf spenden, das mache ich nicht gerne.“ Ebenfalls besonders sei immer die gute Unterstützung von Rüthener Frauen gewesen. „Die Leute, die geholfen haben, waren immer mit Herz und Seele dabei. Sie fühlten sich gebraucht.“

Den letzten Basar hat die Leprahilfe-Gruppe beim Adventsmarkt 2013 durchgeführt. „Jetzt werden Produkte aus der Einen Welt, von kleinen Genossenschaften, die den Kleinbauern Selbstständigkeit ermöglichen, ja im Haus Buuck angeboten“, begründet sie die Entscheidung.

Gleichzeitig macht sie deutlich, wie wichtig die Arbeit der Leprahilfe auch in heutiger Zeit noch ist. „Die Zahl der Neuerkrankten und Menschen, die durch die Krankheit beeinträchtigt sind, ist immer noch hoch. Diesen Menschen kann mit relativ überschaubarem finanziellen Aufwand geholfen werden.“ Daher sind die Helferinnen um Helga Schulte auch in Zukunft mit Herzblut dabei, wenn es darum geht, Brücken zu den Bedürftigen zu bauen.