Im „5verBund“ Lebensqualität auf den Dörfern steigern

Unter dem Namen "5verbund - Innovation durch Vielfalt" geht die Region in die Bewerbung um das Leader-Programm. Von links: Jürgen Schewe vom Planungsbüro mit den Bürgermeistern Peter Wessel (Erwitte), Peter Weiken (Rüthen), Manfred Gödde (Warstein), Remco van der Velden (Geseke) und Alfons Strümper (Anröchte)
Unter dem Namen "5verbund - Innovation durch Vielfalt" geht die Region in die Bewerbung um das Leader-Programm. Von links: Jürgen Schewe vom Planungsbüro mit den Bürgermeistern Peter Wessel (Erwitte), Peter Weiken (Rüthen), Manfred Gödde (Warstein), Remco van der Velden (Geseke) und Alfons Strümper (Anröchte)
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Vielfalt erhalten und Vielfalt fördern“ – mit diesem Ziel gehen Warstein, Rüthen, Anröchte, Erwitte und Geseke ihre Bewerbung für das Leader-Förderprogramm der EU an. Jetzt wurden die Leitprojekte präsentiert.

Warstein/Erwitte..  Nach der Auftaktveranstaltung im September und drei Regionalforen kurz vor Jahresende stellte Jürgen Schewe vom beauftragten Planungsbüro „MP Impulsprojekt“ am Mittwoch in Erwitte das Leitbild, die erarbeiteten Entwicklungsziele und die Leitprojekte vor, die im Falle eines Zuschlags zuerst umgesetzt werden sollen.

Erwittes Bürgermeister Peter Wessel betonte die Stärken der fünf Kommunen, aber auch die Herausforderungen: „Wir müssen gute Projekte für die Zukunft unserer Dörfer auf den Weg bringen, damit sie der Lebensmittelpunkt für Jung und Alt bleiben.“ Das Leben auf dem Land sei nicht eintöniger als in der Stadt, versicherte Wessel, „aber es erfordert manchmal größere Anstrengungen, um die bestehende Vielfalt zu erhalten.“

Schon im Leitbild der Region, die sich den Namen „5verBund – Innovation durch Vielfalt“ gegeben hat (wir berichteten), ist festgeschrieben, dass die Kooperation nicht mit dem Leader-Programm enden soll: „Der ,5verBund’ wird langfristig zusammenarbeiten, um die Region durch neue ,vielfältige’ Verbindungen und Netzwerke zukunftsfähig und demografiefest zu machen.“ Es wurden vier Handlungsfelder erarbeitet, die bei der Leader-Bewerbung im Vordergrund stehen.

Wohn-/Lebensqualität

Der Verbund hat sich vorgenommen, die Dorfstrukturen zu erhalten und die Ortskerne zu stärken. Dafür sollen als Leitprojekt unter anderem Konzepte erarbeitet werden, welche die Dorfinnenentwicklung lenken sollen und Voraussetzung für konkrete bauliche Maßnahmen sind. Vorstellbar sind etwa die Neugestaltung von Plätzen und Straßen oder touristische Infrastrukturmaßnahmen.

Zunächst in Geseke-Störmede soll ein ehrenamtlich organisierter Fahrdienst für alle Generationen eingesetzt werden, um die Mobilität der Dorfbewohner zu verbessern. „Dieses Bürgerbus-Konzept kann dann ein Modell für die Region werden“, hofft Jürgen Schewe.

Die Umgestaltung des ehemaligen Schulhofs in Hirschberg und der Aufbau einer zentralen Skateranlage für das Warsteiner Stadtgebiet in Belecke zählen nicht zu den Leitprojekten. Sollte die Region in das Leader-Programm aufgenommen werden, muss eine lokale Aktionsgruppe darüber entscheiden, ob Fördergelder dafür bereit gestellt werden.

Natur-, Ressourcen- und Klimaschutz

„In diesem Bereich sind immer wieder die Themen Steinabbau und Vogelschutz aufgekommen“, stellte Jürgen Schewe fest. Daher ist die Einrichtung Runder Tische zu beiden Themen als Leitprojekt in die Leader-Bewerbung aufgenommen worden.

Hinzu kommen könnte in einer späteren Phase die Umgestaltung des Freibadgeländes in Hirschberg zu einem Umweltbildungsangebot, etwa mit Heilpflanzengarten, Basaltkreis und Sinnesgarten.

Tourismus

Um die touristischen Angebote der einzelnen Kommunen weiterzuentwickeln und zu vernetzen, soll ein Masterplan „Naherholung und Tourismus“ erarbeitet werden. Außerdem soll die Qualität der touristischen Infrastruktur gesteigert werden, weshalb exemplarisch auch der Innenausbau des Informations- und Besucherzentrums Bilsteintal in der früheren Jugendherberge in die Liste der Leitprojekte aufgenommen wurde.

Über den Projektvorschlag aus Sichtigvor, die Wallburg Loermund touristisch zu erschließen, soll im Falle eines Zuschlags später entschieden werden.

Wirtschaft und Bildung

Als Hauptaufgabe definierten die Städte, die Abwanderung junger Menschen zu stoppen. „Ländliche Wirtschaft ist mehr als nur Landwirtschaft“, hatte Erwittes Bürgermeister Peter Wessel gleich zu Beginn gesagt. So soll zum einen ein regionales Wirtschaftsnetzwerk entstehen, zum anderen soll das Projekt „Wirtschaft trifft Schule“, das den Übergang in den Beruf erleichtert, ausgebaut werden.

Bis zur Abgabe der Bewerbung wird Jürgen Schewe die Vorschläge weiter strukturieren und in einem rund 100-seitigen Papier zusammenfassen. Ob die Region in das Leader-Programm aufgenommen wird, entscheidet sich dann im Frühsommer.