Hunderte Feierwütige stürmen Rüthens Kneipen

Kneipenfestival in Rüthen 2015.
Kneipenfestival in Rüthen 2015.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Fünf Bands, fünf Gaststätten – Live-Musik an jeder Ecke sorgte am Samstag für Leben auf Rüthens Straßen und vor allem in den Kneipen. Hunderte zogen von einer Location zur nächsten.

Rüthen.. Es ist eine ganz besondere Nacht in Rüthen. Zu ungewohnter Uhrzeit ziehen zahlreiche Rüthener durch die Gassen der Bergstadt, trotzen der Dunkelheit und Kälte. Doch nach was mögen die vielen Nachtschwärmer bloß suchen? „Es ist Kneipenfestival. Das ist der schönste Tag des Jahres“, fasst es Klaus Schlüter, bekannt als „Hülls der freundliche Wirt“, zusammen.

Der Wirt aus Meiste ist wie viele andere seit Anbeginn dabei und freut sich jedes Jahr wieder über Stimmung, Musik und Atmosphäre. Klaus Schlüter ist großer Fan, steht dabei aber nicht hinter, sondern vor der Theke: „Ich habe hier jahrelang in der Werbegemeinschaft gearbeitet. Das ist jetzt im sechsten Jahr und ich bin zum sechsten Mal hier“, so Schlüter, der mit Freunden und Bekannten von Kneipe zu Kneipe zieht.

Entlang der Rüthener Kneipen ziehen, das bleibt Waltraud Röring-Wendel verwehrt. Sie bleibt den ganzen Abend in einer einzigen Kneipe, in ihrer eigenen. Waltraud Röring-Wendel ist Inhaberin der Marktschänke und Initiatorin der Rüthener Kneipennacht: „Ich bin seit Beginn dabei, das war quasi meine Idee. Wir haben uns im Wirteforum gefragt, was wir machen könnten und da haben die Kollegen gleich eingestimmt.“

Zum Glück, denn ganz alleine könnte Waltraud Röring-Wendel die feierwütige Meute gar nicht bewirten. Auch die Hachtor­stube, der Gasthof Knickenberg, das Kolpinghaus und Moppel’s Grillhouse reihen sich in die Riege der Partylocations ein. Jedes Wirtshaus mit anderer Musik, jedes Wirtshaus mit anderen Publikum. „Das ist das Tolle“, erklärt Röring-Wendel: „Egal ob jung oder alt, für jeden ist was dabei. Und auch wir Wirte sind mit Leib und Seele dabei.“

Die Wirtshäuser und Kneipen liegen nicht weit verstreut, sondern sind allesamt per pedes zur erreichen, so dass auch alle überall ein bisschen feiern können. Und das taten sie am Samstag auch. Die Zuhörer drängten sich eng vor den Bühnen und Theken und immer wieder kamen neuer Grüppchen hinzu, während andere sich auf den Weg zur nächsten Party machten.

Musikalische Vielfalt

„Hier hast du fünf Kneipen, hier weißt du, was dich erwartet“, befand auch Kneipenfestival-Fan Klaus Schlüter: „Wir gehen immer alle Kneipen ab und hören uns überall die Musik an.“ Denn nicht nur die Wirtshäuser und Kneipen haben allesamt ihren eigenen Charme, auch die Musiker und Künstler boten eine musikalische Vielfalt an.

Von klassischer akustischer Musik mit Gitarre und Cajon über feinsten Rock’n’Roll bis hin zu Schlagern und Partyexporten aus Mallorca war für jedermann etwas dabei. „Das macht einfach Spaß, wenn das Publikum tanzt, feiert und lacht. Live-Musik ist jedes Jahr wieder ein Highlight in Rüthen“ so Waltraud Röring-Wendel.

Bereits an den Tagen zuvor hatte sie ihre Marktschänke voller Elan für die große Feier hergerichtet. Ein Pavillon für die Raucher, genügend Platz für die „Colorado Revival Band“ aus Oelde und reichlich Getränke für die durstigen Kehlen: „Tische, Stühle, alles muss raus, die Leute wollen tanzen und feiern.“

Dass sie das auch taten, darüber freuten sich die Rüthener Gastronome enorm. „Die Leute kommen aber nicht nur aus Rüthen oder der Umgebung. Viele kommen auch aus Lippstadt, Bekannte kommen sogar extra aus Mönchengladbach hierher. Die lieben die Stimmung und die Atmosphäre. Da macht es für uns Wirte besonders viel Spaß.“