Hofbesitzern in Elfsen wird Haltung von Pferden untersagt

Seit dem 11. März sind die abgemagerten Pferde auf dem Gestüt in Elfsen bei Soest beschlagnahmt. Die Hofbesitzer dürfen keine Pferde mehr halten.
Seit dem 11. März sind die abgemagerten Pferde auf dem Gestüt in Elfsen bei Soest beschlagnahmt. Die Hofbesitzer dürfen keine Pferde mehr halten.
Foto: Hartwig Sellmann/FCD
Was wir bereits wissen
Die Besitzer des Reiterhofes in Elfsen bei Bad Sassendorf dürfen keine Pferde mehr halten und betreuen. Sie müssen auch den Verkauf der beschlagnahmten Tiere dulden. Das hat der Kreis Soest verfügt.

Elfsen/Sassendorf.. Auf dem Gestüt bei Bad Sassendorf wären mehr als 80 Pferde im abgemagerten Zustand fast verhungert. Vergangene Woche schritten Veterinäre und Tierärzte ein. Sie beschlagnahmten die vernachlässigten Pferde und sprachen ein Stallverbot für die Hofbesitzer aus.

Drei entkräftete Vierbeiner überlebten die Qualen nicht. Einige Tage zuvor starb bereits eine ältere Schimmelstute vor Schwäche. Weil das tote Pferde bis auf die Knochen abgemagert war, nahmen Kreisveterinär-Direktor Dr. Wilfried Hopp und seine Mitarbeiter den Reiterhof in Elfse erneut unter die Lupe. Regelmäßige Kontrollen gab es dort schon seit 2012.

Tierquälerei Im September 2013 ordnete der Kreis Soest bereits eine Verfügung mit Auflagen zur artgerechten Versorgung der Pferde an. Danach gab es keine Beanstandungen mehr. Erst im März 2014 spitzte sich die Situation auf dem Hof bei Bad Sassendorf zu.

Verstört und hungrig standen dorf 87 Pferde in ihrem eigen Kot. Dieser Anblick schockte sogar die Tierärzte und Veterinäre. Der Kreis nahm die überlebenden Tiere in seine Obhut und päppelt sie seitdem wieder auf. Die Stallungen werden von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Eigentümer müssen auch den Verkauf der Pferde dulden

Nun leitete die Behörde weitere Maßnahmen gegen die Hof-Eigentümer ein. Ihnen wird ab sofort die Haltung und Betreuung von Pferden untersagt. Eine entsprechende Ordnungsverfügung wurde am Donnerstag überreicht. Darin ist auch schriftlich verankert, dass die Besitzer den Verkauf der Pferde bei einer öffentlichen Auktion auf dem Reiterhof dulden müssen. Ein Termin für die Versteigerung steht laut Kreis-Pressesprecher Müschenborn noch nicht fest.

Pferde wiehern wieder und bauen Muskeln auf

Die erkrankten Pferde sind inzwischen weiter auf dem Wege der Besserung. „Es wird allerdings noch Wochen und Monate dauern, bis das auch im Erscheinungsbild der Tiere deutlich wird“, sagt der Leitende Kreisveterinärdirektor Dr. Wilfried Hopp.

Tierdrama „Sie müssen erst langsam wieder Fett ansetzen. Außerdem ist die Muskulatur wieder aufzubauen, weil die Pferde wenig bewegt worden sind. Erst dann werden sich wieder runde Körperformen entwickeln und die Rippen nicht mehr sichtbar sein.", erklärt Dr. Hopp.

Allerdings habe er jetzt schon einen guten Allgemeineindruck, berichtet der Amtstierarzt: „Es ist ein ganz anderes Bild, wenn man jetzt den Stall betritt. Die Pferde sind neugierig auf den Besucher, schauen aus ihren Boxen und wiehern. Das ist kein Vergleich mit den traurigen Gestalten, die wir vorgefunden haben."