Hitze schadet nicht der Kreativität

Auch hochsommerliche Hitze bremst die Kreativität nicht: 48 Teilnehmer erschaffen bei den Kreativtagen Werke in den Bereichen Malerei, Holz- und Steinbildhauerei,
Auch hochsommerliche Hitze bremst die Kreativität nicht: 48 Teilnehmer erschaffen bei den Kreativtagen Werke in den Bereichen Malerei, Holz- und Steinbildhauerei,
Foto: Armin Obalski
Was wir bereits wissen
48 Teilnehmer bearbeiten bei den Rüthener Kreativtagen Steine und Holz, Malen, schaffen Objekte aus Weide und Papiermache. Letztere trocknen durch die Wärme sogar besser.

Rüthen..  Auf dem Tisch entsteht auf Leinwand in verschiedenen Maltechniken ein Kunstwerk. Unter dem Tisch sorgt eine Schüssel mit Wasser für kühle Füße und sicher auch für einen kühlen Kopf. Nein, bremsen lassen sich die Teilnehmer der Rüthener Kreativtage an Hexenturm, in Handwerkerdorf und Pastors Garten durch die Hitze in ihrer Kreativität kein bisschen. Es wird nicht nur gemalt, es wird in Stein und Holz gemeißelt, es entstehen Kunstobjekte aus Weidenruten und aus Papiermache.

„Erstaunlich, was an einem Tag zu schaffen ist“, findet Gisela Michel vom Kunstkreis-Team des Kulturrings Rüthen, das die Kreativtage organisiert. Am Donnerstag haben sich die Teilnehmer, es sind dieses Mal 48, ans Werke gemacht. Schon am Freitag sind die erstaunlichsten Ergebnisse zu sehen.

Der jüngste Teilnehmer ist Joshua Krüper aus Rüthen. Erst elf Jahre alt, ist er bereits das zweite Mal dabei – und hat den dienstältesten Dozenten. Holzbildhauer Paul Krüper, mit Joshua verwandt um viele Ecken, wirkt seit 15 Jahren bei den Kreativtagen mit. Von ihm lässt sich sagen, was Joshua auch über sich sagt: „Holz ist mein Ding; daraus kann ich machen, was mich anspricht.“ Spricht es – und geht an den Schleifstein, um den Meißel zu schärfen. Denn auch das lernt er: „Scharfes Werkzeug ist wichtig.“

Ein Stück eines Apfelbaumes aus ihrem Garten in Altenrüthen hat Maria Wessel mitgebracht. „Ich habe es gesehen und gesagt: das wird ein Engel.“ Das Gesicht hat sie bereits klar herausgearbeitet. Während die Holz- wie auch die Steinbildhauer ins Schwitzen geraten, freuen sich jene, die mit Papiermache arbeiten, sogar über die Hitze. „So trocknet das Material besser“, berichtet Dozentin Ursula Droste. Sowohl Petra Brune aus Wewelsburg als auch Jutta Zumdick aus Lippstadt arbeiten nur bei den Kreativtagen mit dem herrlich formbaren Material. „Zu Hause kommt man nicht dazu“, sagen sie.

Weniger begeistern die hohen Temperaturen dagegen die Malerinnen. „Die Farbe trocknet zu schnell; man kommt gar nicht hinterher“, klagt Marita Mues. Die Suttroperin ist zum ersten Mal Dozentin bei den Kreativtagen. Dieser Wechsel im Dozententeam bietet beispielsweise Helga Meyer aus Nettelstädt die Möglichkeit, neue künstlerische Ansätze kennen zu lernen. Immerhin ist sie schon zum achten Mal als Malerin im Pfarrgarten dabei.

Gast aus Albanien

Ein ebenso unerwarteter wie willkommener Gast hat sich zu den Steinbildhauerinnen und -hauern bei Michaele Zopp gesellt. Roland Demirlika stammt aus Albanien, lebt derzeit als Asylbewerber im Haus Maria vom Stein und hat sich am Donnerstag zunächst angeschaut, was sich da am Hexenturm eigentlich tut. Seit gestern ist er, der bereits in seiner Heimat künstlerisch tätig war, aktiv dabei. Schon deutlich ist die Schildkröte im Rüthener Grünsandstein zu erkennen. Von Gisela Michels Mann Rudolf, der in der Flüchtlingsunterkunft unterrichtet, hat er schon die ersten Brocken Deutsch gelernt.

Wesentlich geschmeidiger als Stein lässt sich der Werkstoff bei einem Kursangebot verarbeiten, das es dieses Jahr zum ersten Mal gibt: Neun Teilnehmerinnen haben sich, angeleitet von Claudia Gensch, für das Formen von Objekten und Skulpturen aus Weide begeistert. Eine von ihnen ist Christel Jacke aus Büren-Siddinghausen. Sie möchte „etwas Selbstgemachtes für den Garten“. Weide, meint sie, ist für sie das Richtige, „weil sie sich so gut formen lässt“. Die unendlichen Möglichkeiten“ dieses „lebendigen Naturproduktes“ begeistern auch Rebecca Blum aus Büren.